25/04/2017
Zinskommentar - Jetzt günstiges Baugeld sichern
Die Konjunktur in der Eurozone nimmt Fahrt auf, der Inflationstrend verfestigt sich – und die Rufe werden lauter: Die Europäische Zentralbank (EZB) möge bitte ihre geldpolitischen Zügel straffen. Doch EZB-Präsident Mario Draghi lehnte erst kürzlich auf einer Konferenz in Frankfurt einen Kurswechsel ab. Doch zwischen den Zeilen deutete der EZB-Frontmann eine geringfügige Straffung seiner Geldpolitik an. Es wurde zwar der Hinweis beibehalten, dass die Leitzinsen zukünftig auch auf einem niedrigeren Niveau als aktuell liegen könnten, doch es fehlte die Passage, dass der EZB-Rat alle ihm gemäß seinem Mandat zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen könnte.
So oder so erscheint mittelfristig ein Zinsanstieg in der Eurozone unausweichlich. Wenn die US-Notenbank Fed wie angekündigt bis Ende 2018 den Leitzins auf etwa 1,375 Prozent anhebt, führen die daraus resultierenden Kapitalabflüsse zu Kursverlusten und automatisch zu höheren Renditen bei europäischen Anleihen.
Von diesem Szenario ist der Euroraum aber noch weit entfernt. Besonders erfreulich ist die Lage in Deutschland: Die Unternehmen hierzulande haben genug Aufträge, wenige Bundesbürger sind ohne Job. Bereits seit fünf Jahren wächst die deutsche Wirtschaft. Und: Ein Ende des Aufschwungs ist nicht absehbar. Für dieses Jahr sagen die fünf führenden Wirtschafts-forschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten ein Wachstum von 1,5 Prozent voraus. 2018 soll die deutsche Wirtschaft den Berechnungen zufolge sogar um 1,8 Prozent wachsen.
Noch halten sich EZB und Fed zurück. Deshalb müssen Immobilienkäufer oder Bauherren sich derzeit keine Sorgen machen, dass die Kosten für Hypothekendarlehen gravierend anziehen. Mittelfristig dürfte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe aber weiter steigen – und damit auch die Kosten für Baugeld. Viele Wohnungs- und Hauseigentümer, deren Kredite in absehbarer Zeit auslaufen, haben bereits in den letzten Wochen auf den zu erwartenden Anstieg der Baugeldzinsen reagiert, in dem sie sogenannte Forward-Darlehen abgeschlossen haben. Sie haben so die Chance genutzt, die aktuell niedrigen Zinsen für ihre Anschlussfinanzierung zu sichern.
Quelle/Auszug: PLANETHYP GmbH