Frau-Invest Anlageberatung GmbH

Frau-Invest Anlageberatung GmbH - Finanzberatung von & für Frauen
- Persönlich & verständlich - für jede Lebensphase
- Deine Finanzen, so individuell wie du
- Rheinbach & online

Nachhaltig anlegen: Am Ende zählt, was Ihnen wichtig ist.Nach fünf Beiträgen über Definitionen, Ansätze, Kennzeichnung u...
27/08/2026

Nachhaltig anlegen: Am Ende zählt, was Ihnen wichtig ist.

Nach fünf Beiträgen über Definitionen, Ansätze, Kennzeichnung und Renditefragen bleibt der entscheidende Punkt: Es gibt keine objektiv richtige nachhaltige Geldanlage. Es gibt nur eine, die zu Ihren Vorstellungen passt. Vier Fragen helfen dabei, diese Vorstellungen zu ordnen.

Die erste Frage lautet: Was möchten Sie auf keinen Fall finanzieren? Daraus ergeben sich Ihre Ausschlusskriterien. Für die eine sind das Rüstungsgüter, für die andere fossile Energien, Tierversuche oder Kinderarbeit in der Lieferkette. Diese Liste ist persönlich, und sie muss nicht mit der einer anderen übereinstimmen.

Die zweite Frage ist die wichtigste: Reicht Ihnen „schadet nicht" – oder möchten Sie „bewirkt etwas"? Ein Fonds, der Kohleunternehmen ausschließt, verhindert, dass Ihr Kapital dorthin fließt. Ein Mikrofinanzfonds finanziert unmittelbar Kleinstkredite, überwiegend an Frauen, die damit ein eigenes Einkommen aufbauen. Beides ist legitim. Es ist aber nicht dasselbe, und die Antwort darauf verändert die Auswahl erheblich.

Die dritte Frage betrifft die Abwägung: Wie viel Streuung geben Sie für Ihre Kriterien ab? Je enger die Vorgaben, desto kleiner der Anlagebereich. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen, aber man kann sie transparent machen.

Die vierte Frage ist praktischer Natur: Wie viel Aufwand möchten Sie selbst betreiben? Prüfen Sie Positionslisten und Nachhaltigkeitsberichte gern eigenständig, oder soll die Auswahl für Sie getroffen und regelmäßig überprüft werden?

Ein Hinweis, der vielen nicht bekannt ist: Seit 2022 muss in jeder Anlageberatung nach den Nachhaltigkeitspräferenzen der Kundin oder des Kunden gefragt werden. Das ist keine Höflichkeitsfrage, sondern eine regulatorische Vorgabe. Sie dürfen an dieser Stelle also sehr konkret werden – und Sie dürfen erwarten, dass Ihre Antwort in die Empfehlung einfließt.

Welche dieser vier Fragen fällt Ihnen am schwersten?

Kostet nachhaltige Geldanlage Rendite? Eine Einordnung.Es ist die Frage, die in Beratungsgesprächen am häufigsten gestel...
24/08/2026

Kostet nachhaltige Geldanlage Rendite? Eine Einordnung.

Es ist die Frage, die in Beratungsgesprächen am häufigsten gestellt wird. Die kurze Antwort lautet: Ein systematischer Renditenachteil ist nicht belegt. Es gibt jedoch strukturelle Unterschiede, die man kennen sollte, bevor man sich entscheidet.

Der erste betrifft die Streuung. Wer ganze Branchen ausschließt, verkleinert die Auswahl an Anlagemöglichkeiten. Ein Portfolio ohne Öl- und Gaswerte, ohne Rüstung und ohne Tabak ist enger aufgestellt als der breite Weltmarkt. Streuung ist einer der wirksamsten Mechanismen zur Begrenzung von Schwankungen – hier wird ein Teil davon aufgegeben. Das lässt sich durch eine sorgfältige Zusammenstellung abmildern, aber nicht vollständig auflösen.

Der zweite betrifft die Branchengewichtung. Nachhaltige Fonds enthalten typischerweise einen höheren Anteil an Technologie- und Gesundheitswerten und einen geringeren Anteil an Energie- und Industriewerten. Das führt zu einem anderen Verlaufsmuster: In Phasen, in denen Energiewerte stark steigen, bleiben nachhaltige Fonds zurück. In Phasen, in denen Technologiewerte gefragt sind, ist es umgekehrt. Wer über kurze Zeiträume vergleicht, zieht daraus leicht falsche Schlüsse.

Der dritte Punkt sind die Kosten. Nachhaltigkeitsanalyse, laufende Überprüfung und Engagement verursachen Aufwand. Nachhaltige Fonds sind deshalb im Durchschnitt etwas teurer als einfache Standard-Indexfonds. Über Anlagezeiträume von zwanzig oder dreißig Jahren wirkt sich jeder Kostenunterschied spürbar auf das Endergebnis aus.

Dem steht ein Argument gegenüber, das seltener genannt wird: Unternehmen mit guter Unternehmensführung, geringen Umweltrisiken und stabilen Arbeitsbeziehungen tragen ein geringeres Risiko für Klagen, Strafzahlungen, Rückrufe und Reputationsschäden. Das ist kein Renditeversprechen. Es ist ein Argument für die Widerstandsfähigkeit eines Portfolios.

Der sachliche Schluss lautet daher: Nachhaltige Geldanlage ist weder eine Renditestrategie noch ein Renditeverzicht. Sie führt zu einer anderen Zusammensetzung – mit eigenen Chancen und eigenen Schwankungsmustern.

Wie wichtig wäre Ihnen Nachhaltigkeit, wenn sie etwas Rendite kosten würde? Schreiben Sie es uns gern in die Kommentare.

Greenwashing bei Fonds – woran Sie erkennen, dass mehr draufsteht als drin ist.Greenwashing bedeutet, dass ein Produkt n...
20/08/2026

Greenwashing bei Fonds – woran Sie erkennen, dass mehr draufsteht als drin ist.

Greenwashing bedeutet, dass ein Produkt nachhaltiger wirkt, als es tatsächlich ist. Im Fondsbereich geschieht das nur selten durch falsche Angaben. Sehr viel häufiger entsteht der Eindruck durch die Art, wie Kriterien ausgelegt und dargestellt werden. Vier Muster treten dabei regelmäßig auf.

Das erste sind sehr weit gefasste Ausschlüsse. Ausgeschlossen wird, was in einem breit gestreuten Portfolio ohnehin kaum vorkommt. Ein Fonds, der Hersteller von Streumunition ausschließt, unterscheidet sich dadurch praktisch nicht von einem konventionellen Produkt. Die Aussage klingt eindeutig, die Wirkung ist gering.

Das zweite ist die Umsatzschwelle. In vielen Kriterienkatalogen gilt ein Unternehmen als zulässig, solange es weniger als fünf oder zehn Prozent seines Umsatzes in einem kritischen Geschäftsfeld erzielt. Diese Prozentangabe wirkt klein. Bei einem Konzern mit einem Umsatz in Milliardenhöhe steht dahinter ein erheblicher absoluter Betrag.

Das dritte Muster betrifft die Zusammensetzung. Große Technologieunternehmen verursachen im Verhältnis zu ihrem Umsatz vergleichsweise geringe Emissionen und schneiden in ESG-Bewertungen deshalb häufig gut ab. In der Folge ähneln viele nachhaltige Fonds in ihren größten Positionen dem breiten Weltmarkt – bei anderem Namen und anderer Kostenstruktur.

Das vierte Muster ist die Nachhaltigkeit, die sich auf den Namen beschränkt. Seit den europaweiten Vorgaben von 2024 ist das deutlich schwieriger geworden, da nachhaltigkeitsbezogene Begriffe im Fondsnamen an konkrete Anforderungen gebunden sind. Vollständig verschwunden ist die Praxis jedoch nicht.

Drei Prüfschritte helfen weiter: Sehen Sie sich die Liste der größten Positionen an – dort steht, was tatsächlich enthalten ist. Lesen Sie die Ausschlusskriterien im Wortlaut und nicht nur in der Zusammenfassung. Und prüfen Sie, ob der Anbieter über sein Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen berichtet. Wer das transparent macht, meint es in der Regel ernst.

Nachhaltigkeit lässt sich nicht am Titelbild eines Prospekts erkennen, sondern an den Bestandteilen eines Portfolios.

Haben Sie schon einmal in die Positionsliste eines Fonds geschaut? Schreiben Sie uns gern Ihre Erfahrung in die Kommentare.

Woran erkennt man einen wirklich nachhaltigen Fonds?Inzwischen gibt es Regeln. Sie sagen allerdings etwas anderes aus, a...
17/08/2026

Woran erkennt man einen wirklich nachhaltigen Fonds?

Inzwischen gibt es Regeln. Sie sagen allerdings etwas anderes aus, als viele Anlegerinnen und Anleger vermuten.

Am bekanntesten ist die Einordnung nach der EU-Offenlegungsverordnung. Umgangssprachlich werden Fonds nach Artikel 8 als „hellgrün" und nach Artikel 9 als „dunkelgrün" bezeichnet. Hier liegt ein weitverbreitetes Missverständnis: Diese Einordnung ist kein Gütesiegel und keine Bewertung. Die Verordnung regelt ausschließlich, worüber ein Anbieter berichten muss. Die Einstufung nehmen die Fondsgesellschaften zudem selbst vor. Ein Artikel-8-Fonds ist damit nicht automatisch nachhaltiger als ein anderer – er unterliegt lediglich weitergehenden Offenlegungspflichten.

Deutlich verbindlicher sind die Vorgaben für Fondsnamen. Seit 2024 gelten europaweit einheitliche Regeln, die auch die BaFin uneingeschränkt anwendet. Trägt ein Fonds Begriffe wie „nachhaltig", „ESG", „Klima" oder „sozial" im Namen, müssen mindestens 80 Prozent der Anlagen der genannten Ausrichtung entsprechen. Hinzu kommen verbindliche Mindestausschlüsse, etwa für Hersteller geächteter Waffen und für Tabakunternehmen. Bei Umwelt- und Klimabegriffen gelten zusätzlich Ausschlüsse für Unternehmen, deren Geschäft auf fossilen Brennstoffen beruht. Damit ist der Fondsname erstmals ein belastbarer Hinweis – wenn auch kein vollständiger.

Ergänzend gibt es Gütesiegel. In Deutschland sind vor allem zwei verbreitet: Das FNG-Siegel bewertet nachhaltige Investmentfonds über ein Stufenmodell mit bis zu drei Sternen. Das EcoReporter-Siegel bewertet Banken, institutionelle Anleger und einzelne Finanzprodukte. Beide arbeiten mit eigenen Bewertungsgrundsätzen und sind untereinander nicht vergleichbar. Sie bieten eine Orientierung, ersetzen aber keine eigene Prüfung.

Und es kommt Bewegung in das System: Ende 2025 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, die Einordnung nach Artikel 6, 8 und 9 durch drei echte Produktkategorien zu ersetzen – Sustainable, Transition und ESG-Basics. Anders als bisher wären das tatsächliche Klassifizierungen mit inhaltlichen Anforderungen. Mit einer verbindlichen Anwendung ist frühestens 2027 zu rechnen. Bis dahin gelten die bisherigen Regeln unverändert.

War Ihnen der Unterschied zwischen Offenlegungspflicht und Gütesiegel bekannt? Schreiben Sie es uns gern in die Kommentare.

Vier Ansätze nachhaltiger Geldanlage – und warum der Unterschied entscheidend ist.Zwei Fonds können beide als nachhaltig...
13/08/2026

Vier Ansätze nachhaltiger Geldanlage – und warum der Unterschied entscheidend ist.

Zwei Fonds können beide als nachhaltig gelten und dabei grundverschieden vorgehen. Wer das nicht unterscheidet, kauft möglicherweise etwas anderes, als er beabsichtigt hat. Vier Ansätze prägen den Markt.

Der erste und am weitesten verbreitete ist der Ausschluss. Bestimmte Branchen und Geschäftspraktiken kommen nicht ins Portfolio: Rüstung, Tabak, Kohle, Glücksspiel oder Unternehmen mit dokumentierten Menschenrechtsverstößen. Dieser Ansatz ist einfach nachvollziehbar und leicht zu kommunizieren. Er verhindert allerdings lediglich, dass Kapital an bestimmte Stellen fließt – eine eigene positive Wirkung entfaltet er nicht.

Der zweite Ansatz ist Best-in-Class. Hier wird innerhalb jeder Branche in die Unternehmen mit der besten Nachhaltigkeitsbewertung investiert. Das führt zu einem Ergebnis, das viele Anlegerinnen überrascht: Auch ein Energiekonzern kann enthalten sein, sofern er im Branchenvergleich am besten abschneidet. Die Logik dahinter ist der Wettbewerbsgedanke – wer sich verbessert, wird mit Kapital belohnt.

Der dritte Ansatz ist Impact Investing. Das Kapital fließt gezielt dorthin, wo eine messbare Wirkung entsteht: in den Ausbau erneuerbarer Energien, in sozialen Wohnungsbau oder in Mikrofinanzprojekte. Die Wirkung ist hier am unmittelbarsten nachvollziehbar. Im Gegenzug ist die Auswahl an Anlagemöglichkeiten deutlich kleiner.

Der vierte Ansatz ist derjenige, der am wenigsten bekannt ist: Engagement. Wer Aktien hält, besitzt Rechte – insbesondere das Stimmrecht auf der Hauptversammlung und das Auskunftsrecht. Einzeln fällt das kaum ins Gewicht. Gebündelt über Fonds entsteht daraus jedoch erhebliches Gewicht. Fondsanbieter nutzen diese Rechte auf zwei Wegen: im direkten Dialog mit den Unternehmen, um soziale, ethische und ökologische Standards zu stärken, sowie durch die aktive Ausübung der Stimmrechte auf Hauptversammlungen. Bleiben Verbesserungen aus oder kommt es zu Verstößen, kann am Ende der Verkauf der Beteiligung stehen.

Wie konsequent Anbieter Engagement betreiben, unterscheidet sich erheblich. Aktiv gemanagte Fonds sind hier derzeit weiter als die meisten ETF-Anbieter. Ein Blick in den Bericht über das Abstimmungsverhalten lohnt sich deshalb.

Welcher Ansatz der richtige ist, hängt davon ab, was Sie erreichen möchten: nichts Schädliches finanzieren – oder aktiv Einfluss nehmen.

Welcher der vier Wege spricht Sie am meisten an? Schreiben Sie es uns gern in die Kommentare.

👉 Wenn Sie herausfinden möchten, welcher Ansatz zu Ihren Vorstellungen passt, schauen wir gemeinsam darauf.

Nachhaltige Geldanlage – was hinter dem Begriff tatsächlich steckt.Viele Menschen achten im Alltag darauf, bewusst einzu...
10/08/2026

Nachhaltige Geldanlage – was hinter dem Begriff tatsächlich steckt.

Viele Menschen achten im Alltag darauf, bewusst einzukaufen: regional, fair produziert, ressourcenschonend. Beim eigenen Geld hört diese Aufmerksamkeit häufig auf. Dabei ist der Hebel dort erheblich größer als im Einkaufskorb.

Kapital hat eine Lenkungswirkung. Wo es hinfließt, entstehen Projekte, Produkte und Arbeitsplätze. Wo es abgezogen wird, wird es für Unternehmen teurer, sich zu finanzieren. Das gilt für institutionelle Investoren ebenso wie für private Anlegerinnen und Anleger, deren Beiträge über Fonds gebündelt werden.

Im Zentrum steht das Kürzel ESG. Es steht für die drei Bereiche, die bei der Bewertung eines Unternehmens herangezogen werden.

Environmental umfasst alles Ökologische: Treibhausgasemissionen, Ressourcen- und Wasserverbrauch, Umgang mit Abfällen und Schadstoffen.

Social beschreibt die soziale Verantwortung: Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz, Einhaltung von Menschenrechten entlang der Lieferkette, Umgang mit Beschäftigten und Zulieferern.

Governance meint die Unternehmensführung: Transparenz der Berichterstattung, Korruptionsprävention, Vergütungsstrukturen sowie die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Diese Angaben legen Unternehmen offen. Ratingagenturen und Fondsanbieter analysieren und vergleichen sie. Daraus entsteht ein Wettbewerb um die bessere Bewertung – und darin liegt ein wesentlicher Teil der Wirkung nachhaltiger Geldanlage: Unternehmen, die vorangehen, setzen den Maßstab, an dem sich andere messen lassen müssen.

Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: „Nachhaltig" ist kein einheitlich definierter Zustand. Hinter dem Wort stehen sehr unterschiedliche Vorgehensweisen. Ein Fonds, der Rüstungsunternehmen ausschließt, und ein Fonds, der gezielt den Ausbau erneuerbarer Energien finanziert, tragen beide dieses Etikett – bewirken aber Grundverschiedenes. Welche Ansätze es im Einzelnen gibt, ist Gegenstand des nächsten Beitrags dieser Reihe.

Ist Nachhaltigkeit bei Ihrer Geldanlage bereits ein Thema? Schreiben Sie uns gern in die Kommentare.

Rentensplitting: Wie Ehepaare ihre Rentenansprüche aufteilen können – und was dabei zu bedenken ist.Die gesetzliche Rent...
06/08/2026

Rentensplitting: Wie Ehepaare ihre Rentenansprüche aufteilen können – und was dabei zu bedenken ist.

Die gesetzliche Rentenversicherung führt für jede Person ein eigenes Konto. Entgeltpunkte werden derjenigen Person gutgeschrieben, die das Einkommen erzielt hat. Eine Heirat ändert daran nichts. Wer über Jahre in Teilzeit gearbeitet oder für Kindererziehung und Pflege ausgesetzt hat, sammelt entsprechend weniger Punkte – und erhält später eine entsprechend geringere Rente.

Abgesichert wird die Partnerin in diesem System erst im Todesfall, über die Witwen- oder Witwerrente. Diese beträgt als große Hinterbliebenenrente 55 Prozent der Rente des Verstorbenen. Es ist allerdings ein abgeleiteter Anspruch: Er wird auf eigenes Einkommen angerechnet, sobald dieses einen Freibetrag von rund 1.100 Euro monatlich übersteigt, und er entfällt bei einer erneuten Heirat.

Das Rentensplitting funktioniert anders. Dabei werden die Entgeltpunkte, die beide Partner während der Ehe erworben haben, zusammengezählt und hälftig auf beide Konten verteilt. Punkte aus der Zeit vor der Ehe bleiben unberührt.

Ein Beispiel verdeutlicht das: Ein Ehemann hat 60 Entgeltpunkte erworben, davon 40 während der Ehe. Seine Frau hat 20 Punkte, davon 10 aus der Ehezeit. Die 50 gemeinsamen Ehepunkte werden geteilt, jeder erhält 25. Vor dem Splitting stünden ihm rund 2.550 Euro und ihr rund 850 Euro monatlich zu. Nach dem Splitting sind es rund 1.910 Euro und rund 1.490 Euro. Grundlage ist der aktuelle Rentenwert von 42,52 Euro je Entgeltpunkt seit Juli 2026.

Möglich ist das Splitting für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die nach 2001 geheiratet haben – oder früher, sofern beide nach 1961 geboren sind. Beide Partner müssen jeweils 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten vorweisen, beide müssen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein, und beide müssen die Regelaltersgrenze erreicht haben. Die Erklärung erfolgt gemeinsam bei der Deutschen Rentenversicherung und ist unwiderruflich.

Verpflichtend ist das Splitting bislang nicht. Aktuell wird politisch diskutiert, es künftig verbindlich auszugestalten.

Für die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern bedeutet das Verfahren zweierlei: Aus einem abgeleiteten Anspruch wird ein eigener, der unabhängig vom Einkommen und von einer erneuten Heirat bestehen bleibt. Zugleich entfällt mit dem Splitting die Witwenrente als Absicherung im Todesfall. Welche Variante im Einzelfall günstiger ist, hängt von den Entgeltpunkten beider Partner, der Ehedauer und dem eigenen Einkommen ab und lässt sich nur konkret berechnen.

Kannten Sie das Rentensplitting bereits? Schreiben Sie uns gern in die Kommentare.

Die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern – und warum die offizielle Zahl das Ausmaß verdeckt.Im April 2026 hat das St...
03/08/2026

Die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern – und warum die offizielle Zahl das Ausmaß verdeckt.

Im April 2026 hat das Statistische Bundesamt aktuelle Zahlen zu den Alterseinkünften veröffentlicht. Frauen ab 65 Jahren erhielten demnach im Schnitt rund 1.820 Euro brutto im Monat, Männer rund 2.400 Euro. Der Gender Pension Gap liegt bei 24,2 Prozent.

Das sind rund 580 Euro Unterschied – jeden Monat, über den gesamten Ruhestand hinweg.

Interessant wird es beim genaueren Hinsehen. In diese 24,2 Prozent fließen auch Hinterbliebenenrenten ein, also Ansprüche, die aus der Erwerbsbiografie des Ehepartners entstehen. Betrachtet man ausschließlich die selbst erworbenen Alterseinkünfte, liegt der Abstand bei rund 37 Prozent.

Das ist der eigentliche Befund: Die Lücke erscheint in der Statistik kleiner, weil sie teilweise durch die Absicherung einer anderen Person aufgefüllt wird. Mit finanzieller Eigenständigkeit hat das wenig zu tun.

Die Ursachen sind bekannt und liegen nicht im individuellen Verhalten, sondern in der Struktur: Teilzeit, Care-Arbeit, Erwerbsunterbrechungen und die weiterhin bestehende Gehaltslücke. Jede dieser Phasen reduziert Beitragsjahre und Entgeltpunkte – und damit den späteren Rentenanspruch.

Die gute Nachricht: Eine Lücke, die man kennt, lässt sich planen. Der erste Schritt ist unspektakulär, aber wirksam – die eigene Renteninformation zur Hand nehmen und prüfen, welcher Anteil der künftigen Alterseinkünfte tatsächlich auf eigenen Ansprüchen beruht.

Alles Weitere baut darauf auf: Wie viel monatlich fehlt, in welchem Zeitraum die Lücke geschlossen werden soll und welche Anlageform dafür geeignet ist.

Wussten Sie, wie groß der Unterschied tatsächlich ist? Schreiben Sie uns gern Ihre Gedanken in die Kommentare.

💙

Quelle: Statistisches Bundesamt, Veröffentlichung vom 9. April 2026 (EU-SILC 2025)

Die Reform kommt später – deine Vorsorge beginnt heute.Bei aller Diskussion um Gesetze und Zeitpläne: Auf einen Teil has...
31/07/2026

Die Reform kommt später – deine Vorsorge beginnt heute.

Bei aller Diskussion um Gesetze und Zeitpläne: Auf einen Teil hast du selbst Einfluss, und zwar sofort. Diese Schritte lohnen sich unabhängig davon, wie die Reform am Ende aussieht.

1. Deine Renteninformation lesen. Sie kommt einmal im Jahr per Post und landet häufig ungelesen in der Schublade. Dabei steht dort schwarz auf weiß, wo du heute stehst.

2. Lücken erkennen. Teilzeit, berufliche Pausen, Minijobs: Überall dort, wo Beitragsjahre fehlen, entsteht später eine Lücke. Der erste Schritt ist, sie überhaupt zu sehen.

3. Eigene Vorsorge aufbauen. Je früher du beginnst, desto mehr arbeitet der Zinseszins für dich. Auch kleine Beträge machen über die Jahre einen großen Unterschied.

4. Ansprüche prüfen. Kindererziehungszeiten, Rentensplitting unter Eheleuten, freiwillige Beiträge – vieles bleibt ungenutzt, einfach weil man nicht davon weiß.

5. Die Digitale Rentenübersicht nutzen. Sie bündelt deine Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge an einem Ort. Die Kommission empfiehlt ausdrücklich, sie zu einem echten Planungswerkzeug auszubauen – und daneben eine Finanzbildungsstrategie aufzulegen, die Menschen in allen Lebensphasen erreicht.

Der letzte Punkt ist uns besonders wichtig. Denn dass so viele Frauen im Alter schlechter dastehen, liegt nicht an mangelndem Willen, sondern oft schlicht daran, dass niemand rechtzeitig erklärt hat, worauf es ankommt.

Verstehen ist der erste Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit.

Altersarmut trifft Frauen härter – und die Reform benennt das ausdrücklich.Eine Zahl aus dem Bericht, die nachdenklich m...
30/07/2026

Altersarmut trifft Frauen härter – und die Reform benennt das ausdrücklich.

Eine Zahl aus dem Bericht, die nachdenklich macht: Zwischen 40 und 70 Prozent der Menschen, die im Alter Anspruch auf Grundsicherung hätten, stellen keinen Antrag. Aus Unkenntnis, aus Scham oder aus Überforderung mit den Formularen. Fachleute nennen das verdeckte Armut. Da mehr Frauen als Männer im Alter grundsicherungsberechtigt sind, betrifft es sie überproportional.

An diesen Stellen setzt die Reform an:

Minijobs sollen ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus verlieren und ohne Ausstiegsmöglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden; Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. Die Kommission schreibt dazu unmissverständlich, dass Minijobs ein erhebliches Armutsrisiko bergen, insbesondere für Frauen, und zur dauerhaften, kaum abgesicherten Beschäftigungsform werden. Das bedeutet zunächst weniger Netto – baut aber eigene Ansprüche auf, die heute vielen fehlen.

Bei der Grundsicherung im Alter ist ein Freibetrag für gesetzliche Renten vorgesehen. Der Gedanke dahinter: Wer eingezahlt hat, soll am Ende mehr zur Verfügung haben als jemand, der nie eingezahlt hat. Heute ist das oft nicht der Fall.

Die Hinterbliebenenrente soll überprüft werden. Sie stammt aus einer Zeit, in der die Alleinverdienerehe der Normalfall war. Kritisch sieht die Kommission unter anderem, dass für den Anspruch bisher keine Rolle spielt, ob jemand Sorgearbeit für Kinder geleistet hat. Wie es hier weitergeht, ist offen – ein Punkt, den es sich zu beobachten lohnt.

Die wichtigste Erkenntnis für den Alltag: Ein Minijob ist heute bequem, kann später aber teuer werden. Wer das rechtzeitig weiß, kann bewusst anders entscheiden.

Kennst du jemanden, für den dieses Thema gerade wichtig ist? Teile den Beitrag gern. 💙

Adresse

Marie-Curie-Str. 15
Rheinbach
53359

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Frau-Invest Anlageberatung GmbH erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Frau-Invest Anlageberatung GmbH senden:

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie