05/08/2024
Aufgrund der aktuellen Marktbewegungen und den reisserischen Meldungen dazu möchten wir Ihnen fünf wesentliche Faktoren aufzeigen, die aus unserer Sicht zum jüngsten Ausverkauf beigetragen haben:
Geopolitische Risiken
Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat dem Iran den Befehl erteilt, Israel als Vergeltung für die Tötung des Hamas-Führers Ismail Haniyeh in Teheran direkt anzugreifen. Hochrangige iranische Beamte werden mit Vertretern der regionalen Verbündeten des Iran aus dem Libanon, Irak und Jemen zusammentreffen, um mögliche Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel zu erörtern
Zinserhöhung Japan
Mit der Zinserhöhung von 0,1% auf 0,25% sorgte die Bank of Japan für eine regelrechten Absturz an den asiatischen Aktienmärkten. Diese Zinsanhebung wird nach Ansicht vieler Investoren als mehr als überfällig betrachtet, jedoch könnte für die sogenannten Carry-Trades damit eine „Kehrtwende“ bevorstehen. Viele globale Anleger haben hierbei die günstigen Refinanzierungsbedingungen genutzt, um sich im Yen zu verschulden und dieses Geld in höherverzinslichen Märkten zu investieren. Einige sogar in riskanten Analegemärkten wie z.B. Aktien. Sollte mit der Zinsanhebung eine Trendwende vollzogen sein, würden die Positionen nun aufgelöst. Dies spiegelt sich auch in der Stärke des YEN im Vergleich zu anderen Währungen wider.
Massive Probleme bei Intel
Zu den Problemen bei Intel sei gesagt, dass diese überwiegend hausgemacht sind. Aufgrund der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte versucht das Unternehmen nun durch Einsparungsmaßnahmen gegenzusteuern. Dies beinhaltet die erhebliche Freisetzung von Mitarbeitern und die Kürzung von Investitionen. Aufgrund der geplanten Reduzierung der Investitionen um 20 % auf 25-27 Mrd. USD im Jahr 2024 wurden die Ausrüster der Halbleiterindustrie stark abverkauft. Intel steht für etwa 15 % der Aufträge bei ASML, was auch zu einem 10%igen Rückgang des ASML-Aktienkurses geführt hat.
Enttäuschung bezüglich des Ausblicks von Amazon
Die Zahlen von Amazon zum zweiten Quartal waren mit einem Umsatzwachstum von 11 % solide. Das E-Commerce-Geschäft zeigte eine deutliche Steigerung der Profitabilität und das Cloud-Geschäft AWS eine sequentielle Wachstumsbeschleunigung auf 19 %. Der Ausblick für das dritte Quartal sieht jedoch nur noch ein Wachstum von 8-11 % vor. Da die Investitionen in Rechenzentren aufgrund der guten Nachfrage sogar erhöht werden, kann dies nur bedeuten, dass der US-Konsum schwächelt.
Makrodaten, die einen Einbruch des Arbeitsmarktes in den USA andeuten
Der ISM-Index, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, war schwach erwartet und ist um 2 Punkte im Vergleich zum Vormonat gefallen. Die Teilkomponente für die Lage der Beschäftigung verzeichnete einen Rückgang von 49,3 auf 43,4. Zudem lagen die Non-Farm-Payrolls mit 114.000 neugeschaffenen Stellen unter den Erwartungen. Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaft bei Neueinstellungen massiv bremst.
Entsprechend werden die Erwartungen an Zinssenkungen lauter und die Anleiherenditen notierten deutlich tiefer.
Hohe Bewertungen in vielen Segmenten und systematische Anlagen (ETFs) haben den Abverkauf verstärkt. Wir erwarten zunächst eine volatile Bodenbildung und neue Höchststände erst nach der Wahl in den USA.
Solche Phasen waren aber auch immer sehr gute Kaufgelegenheiten für mutige Anleger.