15/04/2014
PERFORMANCE im Gespräch mit Torsten Schmidt, Vorstand der ideenWERK AG, über die fehlende Transparenz bei Zusatzpolicen.
Herr Schmidt, gerade im Bereich der Zahnzusatzversicherung wissen viele Kunden gar nicht, welche Leistungen sie in einem Vertrag wirklich abgeschlossen haben, beispielsweise im Hinblick auf die Vorleistung der GKV. Warum fällt es den Anbietern dieser Policen eigentlich so schwer, Klartext zu reden?
Schmidt: Dazu muss man sich zunächst mal anschauen, wie der Markt funktioniert. Die KUnden achten bei einer Zahnzusatzversicherung erstmal auf den Preis. Viele nutzen dabei mittlerweile das Internet und informieren sich dort. Günstigere Produkte verkaufen sich schneller und einfacher als teure Produkte. Der Preis ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steht die Leistung. Jeder Leistungsbaustein, den ein Versicherer in den Tarif einbaut, kostet einen Risikobeitrag X: die professionelle Zahnreinigung, die Wurzelbehandlung, die Parodontosebehandlung, oder die Erstattung bei einer Implantatversorgung. Wenn der Versicherer nun einen günstigen Preis kalkulieren will, muss er Leistungen ausschließen oder begrenzen.
Die professionelle Zahnreinigung ist dann beispielsweise gar nicht mitversichert oder nur bis zu 80 oder 120 Euro pro Jahr. Oder die Wurzelbehandlung ist gar nicht mitversichert oder nur, wenn die GKV nicht mehr vorleistet. Oder es sind Zusatzleistungen wie die Behandlung mit einem OP Mikroskop eingeschlossen, wenn die GKV vorleistet. Zusammen mit einem günstigen Preis wird häufig noch ein aggressives Marketing eingesetzt. Beispielsweise: “100 Prozent Leistung bei Zahnersatz” (Anmerkung: Aber nur bei Regelleistung). Die Anmerkung ist dann meist sehr klein gehalten oder findet sich nur in den Bedingungen wieder. Die Schwierigkeit, Klartext zu sprechen, liegt also darin, Preis, Leistung, Marketing und Produktionsdruck in Einklang zu bringen. Versicherer müssen sich entscheiden, wie sie sich am Markt positionieren wollen.
Gemeinsam mit der Württembergischen haben Sie über die von Ihnen gegründete “Initiative Gesundversichert e.V.” einen neuen Tarif auf den Markt gebracht. Wie verträgt es sich mit der gesetzlich vorgeschriebenen Ungebundenheit eines Maklers, dass er eine Kooperation mit einem bestimmten Versicherungsunternehmen eingeht und gemeinsam mit ihm auf der Produzentenseite tätig wird?
Schmidt: Als Makler haben Sie die Möglichkeit, die im Markt befindlichen Zahnzusatzversicherungen zu verkaufen. Wenn Sie aber nicht zu hundert Prozent hinter diesen angebotenen Produkten stehen können, müssen Sie sich einen anderen Weg überlegen. Diesen Weg sind wir zusammen mit der Württembergischen gegangen, haben unser IGV Deckungskonzept entwickelt und am Markt positioniert.
Das vollständige Interview finden Sie auf: http://ohnegesundheitsfragen24.de/zahntzusatzversicherung-durchstarten-mit-weniger-haftung/