04/02/2026
Eindrücke vom Fondskongress Mannheim: Chancen und Risiken im aktuellen Marktumfeld
Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit, am Fondskongress in Mannheim teilzunehmen. Die Perspektiven, die sich für Ihr Geld daraus ableiten, möchte ich gerne mit Ihnen teilen.
Die Schuldenfrage der USA: Ein strukturelles Problem
Ein zentrales Thema war die Staatsverschuldung der USA von 33 Billionen Dollar. Besonders bemerkenswert: 18 Prozent des Haushalts fließen mittlerweile in Zinszahlungen – mehr als in das gesamte Militärbudget. Solange der Dollar Weltreservewährung bleibt, können die USA diese Belastung stemmen. Doch genau hier sehen wir bei Grimm Kapitalanlagen e.K. kritische Entwicklungen.
Die aktuelle US-Handelspolitik unter Trump mit einseitigen Zöllen und dem Ausnutzen der Sicherheitskomponente für ungleiche Handelsabkommen könnte mittelfristig dazu führen, dass zunehmend Handel an den USA vorbei abgewickelt wird. Parallel lösen sich Verbündete und organisieren ihre Sicherheit eigenständiger. Beide Entwicklungen könnten den Status des Dollars als Weltreservewährung beschädigen und die Chance für eine Dollarwährungskrise beziehungsweise eine US-Staatsschuldenkrise erhöhen.
Die Magnificent 7: Abschreibungen als Gewinnbremse
Eine besonders aufschlussreiche Analyse von Dr. Bert Flossbach, einmal großen deutschen Vermögensverwalter, betraf die Hyperscaler. Allein Amazon (AWS), Oracle, Microsoft und Google müssen 2029 Abschreibungen von 373 Milliarden Dollar stemmen – ein Betrag, der jährlich steigen wird. Um ihre Gewinnmargen zu halten, müssten diese Unternehmen ihre Gewinne bis 2029 vervierfachen. Angesichts der bereits enormen absoluten Gewinne erscheint dies unrealistisch.
Problematisch wird diese Entwicklung dadurch, dass immer mehr privates Kapital in passive ETF-Strukturen fließt – mittlerweile sind etwa 8 Billionen Dollar in solchen Strukturen investiert, was rund 5,5 bis 6 Prozent des weltweit verwalteten Vermögens von etwa 140 Billionen Dollar entspricht. Diese ETFs investieren stark in die Magnificent 7.
Warnsignale am Horizont
Weitere Indikatoren für eine mögliche Überbewertung: Das Private Capital ist in den letzten zwanzig Jahren von 200 Milliarden auf 1,5 Billionen Dollar gestiegen. Zusätzlich kommen 2026 Neuemissionen im Volumen von 3,6 Billionen US-Dollar an die Börse, was den bestehenden Titeln erheblich Liquidität entziehen wird. Die Fondsmanager haben Ihre Barquoten auf Rekordtiefs gesenkt – wer soll noch investieren, wenn alle bereits im Markt sind? Ein Einbruch ähnlich wie im April 2025 erscheint daher wahrscheinlich. Mehrere Fondsmanager wiesen darauf hin, dass sich bei früheren Marktübertreibungen der letzten Jahrzehnte oft Value- und Konsumtitel mit Wertgewinnen halten konnten, während überbewertete Segmente korrigierten.
Chancen in Emerging Markets und alternativen Assets
Als Gegenpol zu den überhitzten Märkten wurden Emerging Markets hervorgehoben. Diese sind niedriger verschuldet und können von Großmachtkonflikten profitieren. Beispielsweise befindet sich der Zinszyklus in Brasilien aktuell auf seinem Höhepunkt – Anleger können dort 11 bis 13 Prozent Rendite erwarten, wenn sie das Währungsrisiko des brasilianischen Real akzeptieren. Sicherlich nur eine Beimischung für größere, chancenorientiere Investoren.
Interessant auch: Emerging Markets halten niedrige Goldreserven und kaufen deshalb weiter Gold auf, insbesondere China und Polen. Goldminenaktien bleiben trotz einer starken Performance günstig bewertet, weil die Gewinnmargen der Minen explodieren.
Blockchain: Die nächste Transformation der Finanzbranche
Abseits der teuren Tech-Märkte sehen wir bei Grimm Kapitalanlagen e.K. großes Potenzial im Blockchain-Bereich, der die Finanzbranche grundlegend transformieren wird. Da Blockchain-Aktien stark mit Bitcoin korrelieren, sind deren Kurse derzeit deutlich eingebrochen. Wir bereiten uns in den kommenden Monaten auf einen Einstieg in diesem Bereich vor.
Fazit
Der Fondskongress in Mannheim hat bestätigt: Das aktuelle Marktumfeld erfordert differenzierte Strategien jenseits der üblichen Tech-Favoriten. Wir sehen interessante Opportunitäten in unterbewerteten Segmenten, bauen Cash auf und bereiten unsere Portfolios entsprechend vor.
Rechtliche Hinweise:
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