04/12/2012
Bausparen ist in, Rentenversicherungen sind out: Vier von fünf Riester-Abschlüssen entfielen im zweiten Quartal 2012 auf Bausparverträge und Immobiliendarlehen. Finanztest hat Riester-Bausparverträge geprüft – anhand von vier Modellkunden, die in 7 bis 15 Jahren ein Eigenheim bauen oder kaufen wollen. Klarer Testsieger: die Bausparkasse Wüstenrot, die mit einem ihrer Tarife gleich in drei der vier Modellfällen an der Spitze liegt.
Nummer eins für die künftige Hausfinanzierung
Die Bausparkassen profitieren davon, dass die Eurokrise den Wunsch nach den eigenen vier Wänden verstärkt. Die Diskussion um niedrige Riester-Renten hat ihnen nicht geschadet: Beim Bausparen geht es nicht um eine auskömmliche Rente im Alter, sondern um eine günstige Hausfinanzierung in ein paar Jahren. Dafür ist ein Riester-Bausparvertrag zurzeit die Nummer eins.
Niedriger Darlehenszins garantiert
Je nach Tarif sichern sich Bausparer für ihre künftige Hausfinanzierung ein Darlehen zu einem Zinssatz von 2,75 bis 4,25 Prozent. Dieser Zinssatz ist ihnen garantiert – auch wenn sie ihr Darlehen erst in sieben oder zehn Jahren benötigen. Kein anderes Finanzprodukt bietet diese Sicherheit eines Bausparvertrags. Wer sein Eigenkapital auf andere Weise anspart, kann nicht damit rechnen, dass er auch in Zukunft noch ein Bankdarlehen zu den heute niedrigen Zinsen bekommt. Das wäre Glückssache.
Mickrige Sparzinsen
Das günstige Bauspardarlehen hat seinen Preis. Bausparer müssen vorher mindestens 30 bis 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme ansparen und eine bestimmte Bewertungszahl erreichen. Erst dann können sie Guthaben und Bauspardarlehen abrufen. Von ihren Einzahlungen gehen die Abschlussgebühr und oft auch jährliche Kontogebühren ab. Außerdem müssen sich Bausparer mit niedrigen Sparzinsen von 0,5 bis 1,5 Prozent im Jahr begnügen. Doch der Zinsnachteil hält sich zurzeit in Grenzen. Banken zahlen auf ihre Sparpläne auch nicht viel mehr Zinsen – und geben keine Garantie für ein günstiges Darlehen.
Wüstenrot erneut Testsieger
Beim Testsieger Wüstenrot profitieren Bausparer von einem niedrigen Kreditzinssatz (2,8 Prozent) und einem im Verhältnis zu den Sparbeiträgen besonders hohen Darlehen. Wüstenrot hatte bereits im vorangangenen Test der Bausparberatung als Testsieger überzeugt. Den Siegertarif RB/FX gibt es ab 50 000 Euro Bausparsumme. Die Aachener Bausparkasse (Tarif G) und die Alte Leipziger (easy finanz Riester) bieten aber gute Alternativen, die auch für kleine Sparbeiträge geeignet sind.
Zinsbonus bei Darlehensverzicht
Pluspunkt der Aachener: Verzichtet der Bausparer später auf das Darlehen, erhöht sich der Guthabenzins rückwirkend auf 2,5 Prozent. Nach Abzug der Abschlussgebühr bleibt eine Rendite von rund 2 Prozent. Auch das Angebot der Schwäbisch Hall lohnt sich für Sparer, die nur vage Pläne zum Bau oder Kauf eines Eigenheims haben. Ein Abschluss bei der Wüstenrot empfiehlt sich wegen des niedrigen Sparzinses von 0,5 Prozent hingegen nur, wenn der Vertrag wirklich für den Bau oder Kauf der eigenen Immobilie eingesetzt wird.
Riester-Förderung bringt klare Vorteile
Riester-Bausparverträge schlagen konventionelle Verträge. Die Top-Tarife im Test sind genauso gut wie ungeförderte Bauspartarife, bringen aber zusätzlich viele tausend Euro an Förderung. Ein Riester-Sparer mit zwei Kindern erhält zum Beispiel Zulagen von 524 bis 754 Euro im Jahr, je nach Alter der Kinder. Sparer mit gutem Einkommen können zudem mit Steuervorteilen rechnen. Durch die Förderung sparen Bausparer mehr Eigenkapital an als mit einem ungeförderten Vertrag. Sie kommen in ihrer Baufinanzierung mit einem kleineren Kredit aus, können ihn schneller tilgen und sparen Zinsen. Obwohl das Finanzamt im Rentenalter Steuern auf die geförderten Beträge erhebt, bleibt ihnen noch ein dickes Plus übrig.