27/03/2015
Wie viel teurer wäre ein Neubau heute verglichen mit dem Jahr 1914?
Eine uninteressante Frage? Nicht für Hausbesitzer!
Denn denen läuft der Begriff “Versicherungssumme 1914″ häufig im Versicherungsschein für die Wohngebäudeversicherung über den Weg.
Das Jahr 1914 war das letzte, in dem die Baupreise stabil und somit aussagekräftig waren. Mit Hilfe dieses fiktiven Gebäudeversicherungswertes 1914 hat man eine einheitlich Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und damit auch des Beitrages geschaffen.
Der Baupreisindex beantwortet die Eingangsfrage. Ab dem 1. Januar 2015 gelten neue Werte für den Baupreisindex, der vom statistischen Bundesamt errechnet wird.
Baupreisindex: Der Baupreisindex wird zur Ermittlung der Versicherungssumme 1914 für alle Neubauten genutzt. Für das Jahr 2015 beträgt dieser für Neubauten 1.310,3. Für ein Haus, dass 2015 für 300.000 Euro fertig gestellt wird, ergibt sich die Versicherungssume so: 300.000/(1.310,3*100) = 22895 Mark Versicherungssumme 1914. Bei laufenden Verträgen mit einer Versicherungssumme 1914 kann umgekehrt errechnet werden, wie viel EUR heute nach einem Totalschaden maximal für einen Wiederaufbau zur Verfügung stünden! Ein möglicher Ausweg kann dann eine Versicherung mit Wohnflächentarif sein, der keine Versicherungssumme mehr benötigt!
Gleitender Neuwertfaktor : Auch dieser Begriff taucht regelmäßig in den Versicherungspolicen auf. Der gleitende Neuwertfaktor für alle Wohngebäude nach den Versicherungsbedingungen (VGB) 88 lautet neu: 16,9. Dieser Faktor passt automatisch jedes Jahr die aktuelle Versicherungssumme (bzw. den Neubauwert) an. Auf diese Weise wird eine durch Baukostenentwickung entstehende Unterversicherung des Immobilienbesitzes vermieden.
Der “Wert des Gebäudes” der für die Versicherung ermittelt wird, hat nicht direkt etwas mit dem tatsächlichen Wert, schon gar nicht mit einem Verkaufswert etwas zu tun.
Zum Beispiel hängt der Verkaufswert von der Lage des Gebäudes ab, was für die Versicherung aber nicht relevant ist, denn ihr geht es nur darum, wie viel Geld es kosten würde, das Gebäude an Ort und Stelle nach einem Totalschaden gleichwertig zu errichten