10/06/2014
Leitzinssenkung, und jetzt?
Die Leitzinssenkung war das große Thema der vergangenen Tage, doch kaum einer kennt die Folgen.
In erster Linie betrifft es mal wieder den Kleinsparer. Das heißt, all diejenigen, die das Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto halten. Denn diese werden zukünftig noch weniger Zinsen erhalten. Bereits jetzt ist das Zinsniveau derart schwach, dass die Sparer durch solche Sichteinlagen beinahe täglich Geld verlieren (in Form von Kaufkraft). Und dieser Zustand wird sich durch die politischen Maßnahmen noch weiter verschärfen! Das größte Problem unserer Ansicht nach ist jedoch ein Anderes. Denn nicht nur die Sichteinlagen bei den Banken sind betroffen, sondern nahezu alle Lebens- und Rentenversicherungen. Schon jetzt liegt der sogenannte „Garantiezins“ bei Lebensversicherungen gerade einmal bei 1,75 % - Tendenz fallend! Und diese Garantieverzinsung betrifft auch nur den Sparanteil (Rate – Kostenanteil). Wir reden also von einer effektiven garantierten Verzinsung von deutlich unter 1,75%. Selbstverständlich sind auch die Überschussbeteiligungen davon betroffen. Denn gerade diese Beteiligungen an den Gewinnen lassen solch einen Vertrag zum Ende seiner Laufzeit erst attraktiv erscheinen. Aber verbindlich sind diese Zusagen bzw. Hochrechnungen nicht. Folglich muss zukünftig sehr ernsthaft mit weiteren Ausfällen von derartigen Überschussbeteiligungen gerechnet werden. In Folge dessen wird die Versorgungslücke in der Rentenphase doch größer als geplant.
Das die Lebensversicherungen sprichwörtlich so unter die Räder kommen, liegt an folgendem Dilemma. Zum einen müssen die Versicherungen ihren Kunden den Garantiezins verbindlich zusichern. Um jedoch mindestens die zugesicherten Zinsen auch tatsächlich zu erwirtschaften, verlangt der Gesetzgeber bei dieser Art von Verträgen ein absolut konservatives Anlagemanagement. Das heißt, es darf nur bspw. in Anleihen von Gläubigern mit bester Bonität investiert werden. Diese Emittenten wiederum spüren auf Grund der Geldpolitik eine immer weiter steigende Nachfrage ihrer Anleihen. Daher ist es gar nicht mehr nötig Investoren mit hohen Zinsen zu locken.
Die Zinspolitik trifft also mit aller Härte den kleinen Sparer, der auf eine Zusatzrente angewiesen ist. Umso interessanter werden nun wieder die Investitionen in Sachwerte. Bei Sachwerten meinen wir aber nicht in erster Linie Immobilien oder Rohstoffe, sondern vor allem Aktien! Vielen Menschen ist es überhaupt nicht bewusst einen Sachwert in Form einer Aktie zu erwerben. Aber dadurch dass man mit einer Aktie auch einen Teil des jeweiligen Unternehmens mit kauft, besitzen Aktionäre eben auch Sachwerte.
Das was die Zinsmärkte so stark belastet, befeuert den Aktienmarkt umso mehr. Denn durch das „billige“ Geld, sind auch immer mehr Investoren bereit in etwas risikoreichere Anlagen zu investieren. Und das ansteigende Investitionsvolumen führt unweigerlich zu steigenden Kursen. Natürlich steuert das einige Titel auch in die Überbewertung, weshalb eine klare Selektion vorab essentiell ist. Nur mit einer umfangreichen Analyse können vielversprechende Aktien von dem restlichen Markt herausgefiltert werden.
Nicht zuletzt zeigt auch das Flaggschiff der Deutschen Börse AG, nämlich der DAX, dass unter den aktuellen Marktbedingungen aussichtsreiche Renditen zu erzielen sind.