19/06/2026
Seit der Markus Lanz Sendung scheint sich plötzlich ganz Deutschland zu fragen, was antimuslimischer Rassismus überhaupt sein soll.
Dabei berichten Muslime, Konvertiten und sogar Menschen, die nur für Muslime gehalten werden, seit Jahren von Beleidigungen, Ausgrenzung und Benachteiligungen. Das Phänomen wurde unzählige Male erklärt. Trotzdem wird lieber über den Begriff diskutiert als über die Erfahrungen der Betroffenen.
Man diskutiert am Problem vorbei.
Es wird so getan, als könne es keinen antimuslimischen Rassismus geben, weil Rassismus und Religion angeblich nicht zusammenpassen. Dabei richtet sich die Feindseligkeit oft gar nicht gegen eine Religion, sondern gegen Menschen, die als Muslime wahrgenommen werden.
Besonders auffällig ist, wie häufig antimuslimische Vorfälle relativiert werden. Sobald über entsprechende Zahlen gesprochen wird, wird das Thema oft sofort mit anderen Formen von Hass und Diskriminierung verglichen, anstatt sich mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen.
Niemand würde auf die Idee kommen, jede Diskussion über Antisemitismus mit dem Hinweis abzuwürgen, dass es auch andere Formen von Diskriminierung gibt. Bei antimuslimischem Rassismus passiert genau das regelmäßig.
Die Frage ist nicht, ob einem der Begriff gefällt.
Die Frage ist, warum die Erfahrungen der Betroffenen immer wieder infrage gestellt werden.
Antimuslimischer Rassismus
Realität oder Einbildung?
Habt ihr ihn selbst erlebt?
Wenn ja, wo?
Oder bilden wir uns das alles wieder nur ein.