29/05/2026
Im November 2025 berichtet die SZ über die Geschichte von Johanna, die unter diesem Pseudonym über ihre Erfahrung mit dem Musiker Konstantin Wecker sprach. Den lernte sie kennen, als sie 15 war. Er war damals 63. Gut eineinhalb Jahre lang hatten die beiden ein geheimes intimes Verhältnis. Johanna, inzwischen 30 Jahre alt, erzählte, wie manipulativ sie diese Beziehung heute wahrnimmt, wie sie darunter litt, jahrelang.
Und Friederike Schupelius dachte beim Lesen des Artikels: Da steht ja meine Geschichte.
Sie ist nicht die Einzige, die sich nach der Veröffentlichung des Artikels bei der SZ gemeldet hat. Auch andere Frauen haben erzählt, was sie mit Konstantin Wecker erlebt haben wollen, damals, als sie noch so viel jünger waren, vor allem: viel jünger als Konstantin Wecker. Drei von ihnen, um die es in diesem Text gehen wird, waren demnach erst 17 Jahre alt.
Als die SZ im vergangenen November die Geschichte von Johanna berichtete, nahm Wecker dazu noch Stellung. Nach seiner Erinnerung habe es sich um eine einvernehmliche Beziehung gehandelt, die aber „unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten“ seinerseits dargestellt habe. Er erklärte es mit einer Phase schweren Alkoholkonsums, er habe kaum Erinnerungen an die Zeit: „Ich möchte die betroffene Frau um Entschuldigung bitten.“
Diesmal jedoch lässt Wecker einen ausführlichen Fragenkatalog unbeantwortet. Stattdessen teilt sein Anwalt mit, Konstantin Wecker sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich zu erinnern, daher könne er die Fragen nicht beantworten. Er übermittelt die Bescheinigung eines Arztes.
Die SZ hat über Monate immer wieder mit den Frauen gesprochen und ihre Angaben anhand von Gesprächen mit deren Wegbegleiterinnen, Notizen, Nachrichten und anderen Hinweisen überprüft. Ihre Schilderungen haben sie an Eides statt versichert. Solche Erklärungen gaben auch zahlreiche Menschen ab, denen die Frauen sich schon vor Jahren anvertraut hatten.
Die Geschichten der Frauen lest ihr hier (SZ Plus): https://www.sz.de/projekte/artikel/kultur/e752289?utm_content=konstantin_e752289&utm_medium=organic_content&utm_source=facebook&utm_campaign=op_social