07/08/2023
+++Nach zwei sehr intensiven Wochen können die Börsianer in den kommenden Handelstagen erst einmal durchatmen und den US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag R***e passieren lassen. Während die Zahl der neugeschaffenen Stellen leicht enttäuscht hat, fiel der „Household Survey“ deutlich stärker aus. Das erklärt, warum die ausgewiesene Arbeitslosenquote erneut auf ein Zyklustief (3,5%) gefallen ist. Das dürfte der Federal Reserve ebenso nicht schmecken wie der stärkere Anstieg der Stundenlöhne. Trotzdem gehen wir nicht davon aus, dass die Zahlen stark genug waren, um die Fed noch zu einer weiteren Zinserhöhung im September zu bewegen +++ In dieser Woche dürften die US-Inflationszahlen am Donnerstag im Vordergrund stehen. Wir erwarten zwar keinen stärkeren Rückgang der Inflationsrate mehr im Vormonatsvergleich, mit 0,2% Inflation mom dürfte die Teuerung aber ein Niveau erreichen, das von der Fed toleriert werden dürfte. Wichtig: Die Headline Inflation dürfte aufgrund der wieder steigenden Energiepreise nicht mehr stärker zurückkommen (s.u.) +++ Aus China bekommen wir bereits am Mittwoch Inflationsdaten, die den Deflationsdruck im Land untermauern dürften und damit die Notwendigkeit geldpolitischer (und fiskalpolitischer) Gegenmaßnahmen zeigen +++ Geopolitisch dürfte die Eskalation im Ukraine-Krieg im Fokus stehen. Die zunehmenden Angriffe auf russische Tanker hat zusammen mit den Produktionskürzungen Saudi-Arabiens die Ölpreise wieder auf deutlich über 80 USD / Barrel steigen lassen. Das wird einen weiteren schnellen Rückgang der „Headline Inflation“ verhindern und bremst die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen der Notenbanken. Allein im letzten Monat ist WTI um über 15% angestiegen – mit entsprechend negativen Folgen für die Benzinpreise +++ Unternehmensseitig erwarten wir in dieser Woche noch einige wegweisende Quartalsberichte, so z.B. von Eli Lilly, Bayer, Walt Disney, Sony, Novo Nordisk, Siemens, Deutscher Telekom, Allianz und RWE +++ Heute Morgen in Asien dominieren die Minuszeichen, auch wenn sich die Kurse im Handelsverlauf leicht erholen können. Negativer Ausreißer sind die chinesischen Indizes, die angesichts noch immer fehlender Fakten zu einem großangelegten Konjunkturprogramm unter steigender Nervosität leiden. Die Renditen von US-Treasuries steigen im asiatischen Handel wieder leicht an, nachdem sie am Freitag im US-Handel noch deutlich gefallen waren. Mit 4,07% bleiben sie aber erst einmal ein Stück weit unter dem 15-Jahreshoch vom Herbst letzten Jahres +++ Heute Morgen wurden die Juni-Daten für das produzierende Gewerbe Deutschlands vorgelegt. Sie enttäuschten die Erwartungen mit einem Rückgang in Höhe von 1,5% mom. Die Industrieproduktion (= produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) gab mit -1,3% mom ebenfalls deutlich nach, was an den Investitionsgütern lag (-3,9% mom). Wir erwarten mit Blick auf die getrübten Stimmungsdaten, dass die Schwäche in der deutschen Industrie noch einige Monate Bestand haben wird +++ Ansonsten wird heute terminseitig ein ruhiger Tag, der lediglich von Reden von Fed-Vertretern und Wortmeldungen aus der Bank of England gekennzeichnet ist +++