04/09/2026
DLzG.
Für viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer braucht es keine Übersetzung: DLzG – die Linke zum Gruß. Eine kleine Geste, die unterwegs längst zur Motorradkultur gehört.
Mal gehen zwei Finger nach unten, mal die ganze Hand zur Seite, mal bleibt es beim kurzen Kopfnicken. Und manchmal passiert besser gar nichts. Denn so selbstverständlich der Gruß für viele dazugehört:
Sicherheit geht vor Höflichkeit.
Welcher Grüßtyp bist du?
Beim Motorradgruß haben sich ganz unterschiedliche Varianten etabliert.
✌️ Der Klassiker: Die linke Hand geht vom Lenker, Zeige- und Mittelfinger bilden das bekannte V wie auf dem Foto.
👋 Die offene Variante: Statt zweier Finger grüßt gleich die ganze Hand.
🙂 Der Kopfnicker: Kurz mit dem Helm genickt – beide Hände bleiben am Lenker.
🦵 Der Beinarbeiter: Vor allem als Dank beim Überholen zu beobachten: Das rechte Bein wird kurz nach außen gestreckt.
Und natürlich gibt es noch zahlreiche Varianten dazwischen. Wie gegrüßt wird, ist letztlich Geschmackssache – ob und wann gegrüßt wird, sollte dagegen immer von der Fahrsituation abhängen.
Woher kommt der Motorradgruß?
So selbstverständlich der Gruß heute erscheint, so wenig eindeutig ist seine Entstehungsgeschichte.
Während eine weitverbreitete These die Geste auf den britischen Rennfahrer der 1970er Jahre Barry Sheene zurückführt, verweisen andere Erklärungen auf die größere Bedeutung gegenseitiger Hilfe unterwegs und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Sicher ist: Er ist längst ein Stück Motorradkultur.
Und das eigentlich Schöne daran: Womit man fährt, sollte dabei keine große Rolle spielen. 125er, Tourer, Supersportler, Chopper, Enduro oder Roller – gegrüßt wird der Mensch auf dem motorisierten Zweirad.
DLzG – aber nicht um jeden Preis
Aus Gesprächen mit vielen Motorradfahrerinnen und -fahrern haben wir mitgenommen, dass ein entgegenkommendes Zweirad nahezu reflexartig unsere Aufmerksamkeit erregt. Doch so groß das Interesse ist und so sympathisch das Grüßen ist: Beim Fahren bleibt es Nebensache.
Gerade auf kurvenreichen Strecken oder in komplexeren Situationen kann auch nur ein kurzer Blick weg vom eigentlichen Geschehen die Fahraufgabe enorm durcheinanderwirbeln.
Also, auch wenn es manchmal schwerfällt, der Blick gehört dorthin, wo er fürs sichere Fahren gebraucht wird. Beim Anbremsen, Einlenken, in Schräglage oder in anderen anspruchsvollen Situationen gilt ebenso: Die Hand bleibt besser am Lenker.
Ist die Situation entspannt, spricht natürlich nichts gegen die kleine Geste. Passt sie nicht, reicht ein kurzes Nicken – oder eben auch einmal gar kein Gruß.
Unser Gegenüber wird es nicht krumm nehmen und dürfte wissen, warum.
In diesem Sinne: DLzG – wenn's passt. ✌️