05/05/2026
Seit über 15 Jahren für die Provinzial tätig, exakt 12 Jahre davon in seinem Heimatort Rumeln-Kaldenhausen. Wir starten mit spannenden Einblicken in den Alltag eines Geschäftsstellenleiters, schauen in die Zukunft der Versicherungsbranche, sprechen über Wünsche und Träume und lassen die letzten Jahre R***e passieren.
Freut euch über ein interessantes Büro-Interview mit dem 37-jährigen Geschäftsstellenleiter Kai Vogt.
1. Lieber Kai, für die Provinzial in Rumeln bist Du seit dem 1. Mai 12 Jahre am Ball. Welche Gedanken schießen Dir dabei durch den Kopf?
12 Jahre sind eine sehr lange Zeit und dennoch ist sie in meinem Heimatort wie im Flug vergangen. Arbeitstechnisch hatte ich die schönste und erfolgreichste Zeit in meinem, noch jungen, Arbeitsleben. Ich brenne für meinen Heimatort und fühle mich hier einfach super wohl. Durch meine geordnete Ausbildung wurde mir sehr schnell klar, dass ich diesen Job unheimlich gern fortführen möchte und das am liebsten dort, wo ich mit Freunden und Familie alt werden darf. Für mich stand nie ein anderer Standort zur Debatte, weil ich wusste "das passt". Wir sind Lebenslaufbegleiter, dieses Gefühl versuche ich jeden Tag mit meinem Team zu vermitteln. Ganz besonders gespürt habe ich dies, wenn aus jungen Kunden Familien und die ersten eigenen 4 Wände entstanden sind. Diese Weiterentwicklung zu beobachten, Vertrauen zu bekommen und auch im Schadenfall schnelle, unkomplizierte Hilfe zu leisten, machen meinen Job liebenswert.
2. Ein Job als Geschäftsstellenleiter, ist das nur der Verkauf von Versicherungspolicen?
Manchmal würde ich mich freuen, wenn es so wäre - im Alltag sieht dies aber häufig ganz anders aus. Neben dem Vertrieb gibt es dutzende andere Themenfelder, die bespielt werden wollen wie z.B. die Schadenregulierung, stetiger Austausch mit dem Konzern, Personal Recruiting mit Personalverantwortung, das eher unbeliebte Thema Steuern und Abrechnungen, die Instandhaltung einer attraktiven Geschäftsstelle, Werbungsmaßnahmen und nie zu vergessen: Ein offenes Ohr außerhalb der Arbeitszeiten zu haben.
Mein Beruf ist wirklich unglaublich abwechslungsreich und Langeweile kommt so gut wie nie auf.
3. Wird dein Business in den nächsten Jahren genauso weitergehen und was könnte durch den Fachkräftemangel und KI passieren?
In allen Branchen dieser Welt gibt es jetzt schon krasse spürbare Veränderungen, die mich auch nachdenklich machen. Konkret denke ich an die Deindustrialisierung unseres schönen Landes, viele Jobs werden im Ausland geschaffen und in Deutschland gestrichen.
Meine Erfahrungen und die Tendenz der letzten Jahre zeigt mir aber auch ganz klar, dass die Absicherung unserer Existenzen wie Immobilien oder die Absicherung von Familien und Mittelstandsbetrieben nicht in die Hände einer App oder Internetversicherung gehören. Diese Bereiche haben wir absolut im Fokus und bauen diese stetig weiter aus. Darauf bin ich stolz. Ab dem Jahr 2028 soll es auch endlich eine Veränderung der Hauptfälligkeiten in der Kfz-Versicherung geben. Das bedeutet, dass Autoversicherungen auch unterjährig z.B. zum 04.04. kündbar sind. Der Ablauftermin 01.01. hat unsere Büros jedes Jahr vor krasse Herausforderungen gestellt. Mit den Umstellungen sollte es zum Jahresende etwas ruhiger in den Agenturen zugehen und man kann sich etwas mehr Zeit für unsere Kunden nehmen. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass durch die regelmäßigen Anpassungen der Schadenvollmacht die Schadenregulierung immer eine größere Bedeutung in unserem Beruf spielen wird. Diese Schritte beobachte ich bei größeren Schäden skeptisch, da wir in 1. Linie Kaufleute und keine Gutachter sind.
In Kombination mit unserem Team, dem digitalen Kundenportal und unseren Social Media Kanälen blicke ich optimistisch in die Zukunft.
4. Hand aufs Herz. Gab es auch Momente, wo Du den Job an den Nagel hängen wolltest?
In jedem Job erlebt man Höhen und Tiefen und auch bei mir war das nicht anders. Ich bin ein sehr zielorientierter Mensch und manchmal vielleicht auch zu ungeduldig. Mir war von Anfang an klar, dass ich irgendwann eine Provinzial Geschäftsstelle in Rumeln leiten möchte. Dies war aber aufgrund verschiedener Faktoren nicht direkt umsetzbar. Als Alternative wurden mir Geschäftsstellen auf der anderen Rheinseite angeboten, die ich mit dem schmunzelnden Zitat "eher werde ich Kranführer bei Thyssen" deutlich verneint habe. In dieser Phase 2016-2017 ist mir das Arbeiten schwerer Gefallen und am Ende ist zum Glück alles gut gelaufen.
5. Blicken wir in die Zukunft. Welche beruflichen Wünsche und Träume hast du?
Mit meinem langjährigen Geschäftspartner und Freund Jürgen Kalusche habe ich dieses Büro 2022 komplett runderneuert. Ich würde mir wünschen hier noch mehr Leben einzuhauchen, mehr Personal zu führen und viele neue oder alte Kunden begrüßen zu dürfen, auch weil es eine sehr repräsentative Geschäftsstelle ist.
Ebenfalls macht es mir unglaublich viel Spaß als Ausbilder junge Menschen für diesen Job zu begeistern. Es ist toll zu sehen, wie man junge Leute fördern und weiterentwickeln kann und diese auch nach der Ausbildung im Konzern bleiben, weiter auf den Schutzengel setzen.
Ich habe auch das Gefühl, dass vieler meiner geschätzten Kollegen und ich das Image der Branche deutlich verbessert haben. Mit Kontinuität, ehrlicher und bedarfsgerechter Beratung sollten viel mehr junge Leute den Weg in die Branche gehen.
Die Provinzial ist in unserer Region verwurzelt wie kaum ein anderer Versicherer - ich wünsche mir, dass diese gemeinsame Reise noch viele weitere Jahre bestehen bleibt.