22/11/2022
In der vergangenen Woche hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, wo es um teilweise deutliche Preisabschläge bei Immobilien mit schlechter Energiebilanz geht.
Bis zu 50 % Preisrückgang bei Immobilien in Märkten mit einem hohen Angebotsüberhang sind erschreckende Auswirkungen einer schlechten Energieeffizienz.
Aber stört das den Bestandshalter? Gerade in der aktuellen Situation kaufen viele Kunden Immobilien mit schlechter Energiebilanz und haben kein Interesse daran, diese energieeffizient zu sanieren. Aber warum ist das so?
Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Gerade im Bereich “Wohnen” gibt es meist einen Nachfrageüberhang, so dass auch eine Wohnung mit schlechten Energiewerten (noch) zu einem guten Mietzins vermietet werden kann. Da in den letzten Jahren die Anzahl der gebauten Wohnungen deutlich unter dem Bedarf notwendige Neubauwohnungen zurückgeblieben ist, wird die Wohnungsnot in Deutschland immer größer.
Darüber hinaus gibt es aktuell nicht genug Förderprogramme, die eine Verbesserung der Energieeffizienz für den Eigentümer ökonomisch sinnvoll erscheinen lassen. Häufig stelle ich in meinen Gesprächen fest, dass Eigentümer und deren Architekten vielfach der Meinung sind, dass die Kosten für die verbesserte Energieeffizienz zu hoch sind. Eine energetische Sanierung rechnet sich einfach nicht.. Darüber hinaus sind die Baukosten stark gestiegen und die weitere Entwicklung ist schlecht vorhersehbar und damit für die Eigentümer schwer kalkulierbar.
Und dann sind da noch die Banken, die im Rahmen einer Beleihungswertermittlung die Immobilien häufig eher konservativ bewerten. Wenn dann noch die Kosten für die Verbesserung der Energiebilanz zu nur 50 % werterhöhend angesetzt werden, verschlechtert sich der LTV für jeden investierten Euro.
Auch hier sollte ein Umdenken stattfinden, denn zukünftig haben auch die Banken darauf zu achten, dass Ihre Kreditportfolien immer mehr auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Die europäischen Aufseher haben ab diesem Jahr die großen Banken in der Euro-Zone verpflichtet, ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken offenzulegen.
Diesen Weg hat bereits vor über zwei Jahren die französische Bank Natixis eingeschlagen mit der Einführung eines sogenannten “Greenweightining-Faktors”. Durch eine interne Berechnung der Bank werden grüne Projekte belohnt und die als schmutzig angesehenen Projekte bestraft.
Dies wird die Zukunft sein (müssen), sonst wird sich an der so wichtigen Energiebilanz älterer Immobilien nichts ändern.
Wie steht ihr zu diesem Thema?