03/05/2026
[KURZFASSUNG: An Tagen wie heute die Solaranlage einfach selbst von 12:30 Uhr bis 14:30 ausschalten. Ja, ihr verliert dann 1-2 Eur Vergütung, aber ihr spart auch 15 Eur Steuermittel ein.
Ladet eure Batterien nicht morgens, sondern mittags, stellt dann Spül- und Waschmaschine an, ladet den E-Unimog und euren E-Privatjet auf, heizt den Pool auf whatever. Das senkt bei so krassen Marktsituationen unser aller Steuerlast.]
Uiuiui, das gab ja ordentlich Ärger gestern, weil ich doch tatsächlich die in Energiefragen wenig bewanderte BILD kritisiert habe 😄 Sorry, aber das ist der Hügel auf dem ich sterben werden: Meldungen von Prof. Frondel in der BILD in sind so gut wie immer kompletter Käse.
Der Mann ist INSM-Lobbyist, Co-Autor von Klimaleugnern, benutzt das Wort "Öko-Diktatur" ohne Ironie und musste am Ende seine absurde Lüge einräumen, Wärmepumpen kosteten Deutschland eine Billion Eur.
Einigen Ärger konnte ich aber auch verstehen, denn viele Leute dachten, ich hielte negative Strompreise für gänzlich unproblematisch. Das tue ich in der Tat nicht, aber eben nicht, weil ich Niederländern oder Polen den günstigen Strom misgönne, sondern wegen echter Probleme.
Grundsätzlich sind negative Strompreise ein Signal, dass der Markt funktioniert: Bei zu hohem Angebot ist es irgendwann lukrativ für das System, wenn mehr verbraucht wird. So weit so gut, die Idee war, dass sich dadurch die Installation von Speichern und Smart-Metern rechnet und das Netz schlauer wird.
Ein Blick aufs Netz verrät: Autsch, viel zu langsam, viel zu deutsch, viel zu bürokratisch. Smart Meter sind rarer gesät als bissfest gekochtes Gemüse in der Kantine, der Speicherausbau hängt hinter anderen Ländern mit viel kleineren EE-Anteilen im Netz klar zurück, währendessen beschleunigt sich der PV-Ausbau, und das in ganz Europa.
Konnten wir früher easy 15 GW Überschüsse exportieren, sagen die Menschen in den Niederlanden, Österreich, Belgien und der Schweiz: Danke, wir haben schon --> Der Preis wird noch negativer.
Das ist ein Problem, denn der Day-Ahead-Markt geht nur bis -50 ct/kWh. Wenn der Markt dann immer noch nicht klärt, es also immer noch Überangebot gibt, geht das im Intradaymarkt weiter bis maximal -10 €/kWh. Jetzt sind wir mittags bei -0,85 €/kWh.
Wenn auch der Markt nicht mehr klärt, wird es richtig teuer für uns. Nicht wegen des Auslands, sondern weil wir einfach Überangebot haben. Das Ausland federt das sogar eher ab, sofern es uns was abnehmen kann.
Seltsam daran: Eigentlich sind 54 GW unserer Erneuerbaren durch die Direktvermarkter steuerbar. Warum speisen von denen überhaupt noch welche ein? Kann da mal jemand ein Fax hinschicken?
Und dann gibt es noch diverse Betreiber mit Anlagen >7kW, die seit Ewigkeiten auf Smart Meter warten. Solange sie keine haben, werden deren Anlagen pauschal auf 60% ihrer Leistung gedrosselt - also weniger als sie könnten und bei Neagtivpreisen halt stumpf diese 60% 🤪
Das Ausland hat übrigens teilweise schon mehr Solarstrom pro Person als wir im Netz, (NL, Griechenland, Ungarn, Österreich), machen aber teilweise auch schneller ihre Netze schlauer.
Solange unsere Politik hier so langsam ist, können wir aber selbst was machen: An Tagen wie heute die Solaranlage einfach selbst von 12:30 Uhr bis 14:30 ausschalten. Ja, ihr verliert dann 1-2 Eur Vergütung, aber ihr spart auch 15 Eur Steuermittel ein.
Ladet eure Batterien nicht morgens, sondern mittags, stellt dann Spül- und Waschmaschine an, ladet den E-Unimog und euren E-Privatjet auf, heizt den Pool auf whatever. Das senkt bei so krassen Marktsituationen unser aller Steuerlast.
Ja, das ist bescheuert, mit schlaueren Netzen und mehr Batteriespeichern sähe das anders aus.