16/06/2026
Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen bleibt trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stabil. Im ersten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug wie bereits im Vorjahreszeitraum bei 7,7 Tagen.
„Die Zahlungsmoral der Unternehmen bleibt stabil – das ist in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zunächst ein positives Signal“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Gleichzeitig sei dies kein Zeichen für eine nachhaltige Entspannung. Viele Unternehmen halten ihre Liquidität zusammen, investieren weiterhin zurückhaltend und nehmen nur selten Kredite für Investitionen auf. Gerade diese Investitionen seien jedoch notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland langfristig zu sichern.
Zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede. Die kürzesten Zahlungsziele verzeichneten Rheinland-Pfalz (6,1 Tage), Sachsen (6,2 Tage) und Bayern (6,7 Tage). Die höchsten Verzugswerte wurden in Mecklenburg-Vorpommern (10,9 Tage), Hamburg (10,0 Tage) und Schleswig-Holstein (9,8 Tage) gemessen.
Auch zwischen den Branchen gibt es große Unterschiede. Das Baugewerbe bleibt das Schlusslicht. Hier stieg der Zahlungsverzug innerhalb eines Jahres von 13,5 auf 15,0 Tage. Überdurchschnittlich spät zahlten zudem Unternehmen aus den Bereichen persönliche Dienstleistungen (10,2 Tage) sowie Verkehr und Logistik (8,4 Tage).
Die besten Werte erzielten Unternehmen aus der Chemie- und Kunststoffindustrie mit durchschnittlich 4,9 Tagen Zahlungsverzug. Ebenfalls vergleichsweise pünktlich zahlten der Großhandel (5,9 Tage) und der Einzelhandel (6,1 Tage).
Grundlage der Auswertung ist das Creditreform Debitorenregister, das monatlich rund 16,3 Millionen Zahlungserfahrungen deutscher Unternehmen analysiert.