29/04/2021
Verwahrentgelt bei Girokonten, Tagesgelder, Festgelder und Sparbücher Der Dezember 2020 markiert einen Höhepunkt, oder vielmehr Tiefpunkt in der Geschichte des Guthabenzinses. Für diesen Monat gab nämlich die Bundesbank erstmalig bekannt, dass Privatkunden in Deutschland einen Zinssatz unter null auf ihre Guthaben bekamen, beziehungsweise zahlten.
Der Wert bezieht sich auf Termineinlagen mit Laufzeiten unter einem Jahr. Er ist damit der vorläufige Tiefpunkt eines langen Niedergangs.
Laut aktuellem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank verzeichnen 64 % aller meldepflichtigen Kreditinstitute in Deutschland im Dezember 2020 einen negativen Durchschnittszinssatz auf Sichteinlagen von Unternehmen. Der Anteil der Banken, die Kundeneinlagen negativ verzinsen, nahm im ersten Quartal 2021 weiter zu. Mittlerweile verlangen die ersten Großbanken sogar Negativzinsen auf das Sparbuch. (Bericht in der SZ vom 25. April 2021)
Der Freibetrag für die Abbuchung von Verwahrentgelten ist dabei von Bank zu Bank unterschiedlich. Unsere Partnerbank FFB verlangt Verwahrentgelte für Einlagen auf Abwicklungskonten bei allen Beträgen über 100.000 Euro. Bei der Kreissparkasse Augsburg gilt zum Beispiel ein Freibetrag bei Tagesgeld- und Girokonten von 25.000 Euro, für Sparbücher 50.000 Euro je Kunde. Bei der Stadtsparkasse beträgt das Verwahrentgelt ebenfalls 0,5 % p.a. bei einem Freibetrag von aktuell 75.000 Euro.
Geldvermögen der privaten Haushalte nähert sich der 7 Billionen € Marke
Mehr als ein Drittel ihres Geldvermögens halten die privaten Haushalte ohne Erträge in Bargeld und Sichteinlagen. Das sind mittlerweile fast 2 Billionen Euro – ausgeschrieben 2 000 000 000 000 Euro!
Trotz minimaler Zinsen von oft 0,01 Prozent und weniger scheint sogar das Sparbuch so beliebt wie nie. Laut Statistik der Deutscher Bundesbank haben sich die Guthaben auf Sparbüchern binnen zehn Jahren um das Zweieinhalbfache erhöht. 2011 lagen gut 102 Milliarden Euro auf klassischen Sparbüchern, im Februar 2021 waren es bereits 258 Milliarden. Allein die Sparkassen zählten vergangenes Jahr mehr als 33 Millionen Sparkonten.
Im Geschäftsbericht 2020 der Kreissparkasse Augsburg heißt es:
“Die Gesamteinlagen betrugen 3.033 Millionen Euro und stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 149 Millionen Euro bzw. 5,2 Prozent. Der Großteil der Einlagen stammt mit 2.462 Millionen Euro (Vorjahr: 2.331 Millionen Euro, also plus 131 Millionen Euro) von Privatpersonen. Diese ziehen insbesondere onlinefähige Geldmarkt- oder Girokonten einer Anlage in Wertpapieren oder Fonds vor – und das trotz historisch niedriger Zinsen.”
Trotz der Corona-Krise sind die Menschen in Deutschland in Summe so reich wie noch nie, berichtete die Bundesbank zum 16.04.2021. Zum Ende des Jahres 2020 belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf 6 950 Mrd € und war damit 211 Mrd € oder 3,1 % höher als im dritten Quartal. Mittel flossen im vierten Quartal mit 74 Mrd € erneut vor allem in Bargeld und Einlagen, gefolgt von Ansprüchen gegenüber Versicherungen (21 Mrd €) und Anteilen an Investmentfonds (14 Mrd €).
Wir beraten Sie gerne unverbindlich und kostenfrei zu verschiedenen Anlagemöglichkeiten für Ihre Liquidität.