01/04/2023
Heute soll es um die vorerst letzte Kennzahl gehen, die bei der Auswahl von Dividendenaktien eine wichtige Rolle spielt. Und zwar geht es um den Verschuldungsgrad eines Unternehmens.
Der Verschuldungsgrad wird mit folgender Formel berechnet: (Fremdkapital / Eigenkapital) x 100 %.
Wir schauen uns also das Verhältnis der Schulden eines Unternehmens zum Eigenkapital des Unternehmens an. Ein hoher Verschuldungsgrad signalisiert, dass ein Unternehmen mehr Schulden als Eigenkapital hat und damit einem höheren Risiko ausgesetzt ist. Denn verschlechtert sich die Geschäftslage, so wird die Rückzahlung der Schulden schwieriger. Bei einem niedrigen Verschuldungsgrad hingegen ist ein Unternehmen in der Regel finanziell solide aufgestellt und ist weniger anfällig für unvorhergesehene Ereignisse.
Als Richtwert wird empfohlen, dass der Wert nicht höher als 200 % sein sollte. In diesem Fall sind die Schulden doppelt so hoch wie das Eigenkapital.
Der Verschuldungsgrad gibt primär Aufschluss über die finanzielle Struktur eines Unternehmens. Diese reicht von stark konservativ (sehr niedriger Verschuldungsgrad) bis hin zu hochriskant (sehr hoher Verschuldungsgrad).
Ein Investor sollte den Verschuldungsgrad immer im Kontext einordnen. Ein hoher Wert muss nämlich nicht unbedingt negativ sein. So hat ein Start-Up-Unternehmen oftmals einen sehr hohen Wert. Krempelt es jedoch mit einer neuen Technologie den Markt um und macht bereits sehr hohe Umsätze, so befindet sich das Unternehmen gerade nicht in einer schlechten finanziellen Lage, wie es die Kennzahl eigentlich anzeigt.
Trotz der Interpretationsschwierigkeiten bleibt der Verschuldungsgrad eine wichtige Kennzahl für Investoren. Sie gibt Hinweise auf die finanzielle Stabilität sowie die langfristige Perspektive eines Unternehmens. Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad könnten beispielsweise Schwierigkeiten haben, neue Schulden aufzunehmen, um zukünftiges Wachstum zu finanzieren und gezwungen sein, Dividenden zu kürzen oder ganz einzustellen.
Eine gesunde Balance zwischen Eigen- und Fremdkapital kann ein Indikator für ein gut aufgestelltes und langfristig erfolgreiches Unternehmen sein.
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