03/11/2020
Aktuelle Bauzinsen: Bestzins 20 Jahre sinkt auf neuen Tiefstand - Oktober 2020
Eine der wenigen guten Nachrichten in der aktuellen Situation: Die Bauzinsen verharren seit Monaten auf einem extrem niedrigen Niveau – und werden voraussichtlich noch viele Monate so günstig bleiben. Die Niedrigzinsphase hält bekanntermaßen schon seit vielen Jahren an. Eine aktuelle Besonderheit ist allerdings, dass das Zinstief nun auch sehr lange Zinsbindungen erreicht. Während 15-jährige Darlehen unverändert ab 0,66 Prozent vergeben werden, sinkt der Bestzins für 20 Jahre Zinsbindung auf einen neuen Tiefstand von mittlerweile nur noch 0,79 Prozent. Erst im Februar 2020 unterschritt der 20-jährige Bestzins erstmals in der Geschichte die Ein-Prozent-Marke. Die sinkenden Konditionen deuten darauf hin, dass der Markt sich auf eine lange Niedrigzinsphase einstellt. Michael Neumann erklärt dazu: „Auch im Jahr 2021 erwarte ich ein extrem niedriges Zinsniveau, vor allem weil die EZB den Zinsmarkt weiterhin massiv manipulieren wird.“
Der Bestzins für 10-jährige Hypothekendarlehen ist Anfang der Woche zwar leicht gestiegen, von 0,36 Prozent im September auf aktuell 0,41 Prozent. Der minimale Anstieg läutet allerdings keinesfalls eine Trendwende ein, sondern ist lediglich auf kurzfristige Schwankungen zurückzuführen.
Flexibilität und Sicherheit: So geht Baufinanzierung in Corona-Zeiten
Dass Niedrigzinsen trotz allem keine Selbstverständlichkeit sind, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Vor zehn Jahren pendelte der Bestzins für 10-jährige Zinsbindungen noch zwischen 3 und 4 Prozent. Davor lag er teilweise sogar noch höher. Da niemand sagen kann, ob die Zinsen in den nächsten fünf oder zehn Jahren wieder steigen, sollte man sich die aktuellen Bauzinsen daher möglichst lange sichern – am besten 15 Jahre oder mehr. Damit zum Ende der Zinsbindung zudem ein möglichst großer Anteil des Darlehens getilgt ist, ist es ratsam, die günstigen Zinsen für eine hohe Tilgung von mindestens zwei Prozent zu nutzen.
Klingt erstmal komisch, aber zusätzlich zur Planungssicherheit ist gerade in Krisenzeiten auch Flexibilität wichtig – und zwar in Bezug auf die monatliche Rate. Denn: Wenn man beispielsweise durch Kurzarbeit weniger Einkommen hat, muss die Rate unter Umständen an die neue finanzielle Situation angepasst werden. Das ist durch eine vertraglich vereinbarte Option zum Tilgungssatzwechsel möglich. Falls unerwartet mehr Geld zur Verfügung steht, etwa aufgrund einer Gehaltserhöhung, lässt sich die Tilgung mit dieser Option auch heraufsetzen und das Darlehen ist schneller abgezahlt.