23/05/2022
Eine der größten Ransomware-Gruppe hat seine Auflösung bekannt gegeben.
Vieler meiner Kunden wurden in den letzten Jahren Opfer von der Conti-Gruppe, doch nun haben diese sich aufgelöst.
Dabei stellen sich vielen die folgenden Fragen:
Warum hat sich die erfolgreiche Hackergruppe aufgelöst?
Wie geht es mit den Mitgliedern der Gruppe weiter?
Die Conti Gruppe hat Ihre Wurzeln in Russland, aber die Mitglieder der Gruppe sind international. Die eingesetzte Software setzt in erster Linie auf Windows-Systeme und nutzt eine eigene AES-Verschlüsselung (256), um die Daten auf einem Rechner zu verschlüsseln.
Dabei setzt die Gruppe nicht nur auf die Verschlüsselung der Daten in einem Unternehmen sondern auch auf die Schutzgeld Erpressung, das bedeutet, dass die Daten vorab gestohlen/kopiert werden auf die Server der Kriminellen.
Um die Unternehmen weiter unter Druck setzten zu können, wurde deshalb eine Webseite im Darknet veröffentlicht, auf der die Daten der Unternehmen zu finden waren, wenn diese nicht gezahlt haben.
Unter anderem aufgrund des Ukraine-Konfliktes gab es zuletzt Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe, da es dort auch viele Ukrainische „Mitarbeiter“ gab. Das führte unter anderem dazu, dass mehr als 60.000 Chat-Aufzeichnungen veröffentlicht wurden.
Vor der Auflösung hat die Conti Gruppe noch Costa Rica gehackt und damit eine Demonstration Ihrer Tools zur Schau gestellt. Seit dem 19.05.2022 sind nun die Verwaltungsseite und die News-Site deaktiviert worden. Auch die Webseite zur Verhandlung über das Lösegeld ist nicht erreichbar.
Wer nun aber der Meinung ist, dass es Zeit zum aufatmen gibt, der täuscht sich.
Zwar wird es die Hackergruppe „Conti“ als Marke so nicht mehr geben, es haben sich jedoch bereits Führungskräfte mit anderen Ransomware-Gruppen zusammengetan.
Durch diese Zusammenarbeit wird die Arbeit der anderen Ransomware-Gruppen massiv gestärkt und es ist mit stärkeren Angriffen zu rechnen.
Das Syndikat hinter der ehemaligen Conti-Gruppe wird so flexibler und bekommt auch einen Überblick über die Strukturen, Tätigkeiten und Vorgehensweisen der anderen Gruppen.
Ob also das verschwinden der Conti-Gruppe wirklich zu einem spürbaren Rückgang der Angriffe führt, bleibt abzuwarten.
Persönlich bin ich der Meinung, dass wir in den nächsten Monaten vermehrt mit der Technologie der ehemaligen Conti-Gruppe zu tun bekommen. Das wird die Abwehr in den Unternehmen weiter erschweren. Ohne eine funktionierende Cyberstrategie inkl. Prävention, wie z.B. Ransomware-Reaction und Cyber-Fuchs sowie einer Cyberversicherung wird es die finanzielle Existenz vieler Unternehmen gefährden.