25/10/2015
Risikolebensversicherung & kapitalbildende Lebensversicherung
Durch das sinkende Zinsniveau und das wachsende Angebot von Anlage-Alternativen haben Lebensversicherungen an Attraktivität
eingebüßt. Dennoch sind sowohl die Risikolebensversicherung, als auch die kapitalbildende Lebensversicherung noch immer eine sinnvolle Ergänzung jeder Anlagestrategie.
Jedes private Vorsorgepaket sollte zumindest eine Risikolebensversicherung beinhalten, um Hinterbliebene vor eventuellen Zahlungsverpflichtungen zu schützen und finanziell sicherzustellen. Die Absicherung gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit gehört ebenso zu den elementaren Versicherungsverträgen. Darüber hinaus eignen sich insbesondere private Rentenversicherungen mit dem Zusatz der Beitragsbefreiung bei BU für den langfristigen Anlagehorizont, um auf dieser sicheren Geldanlage zusätzliche Anlagestrategien im mittel- und kurzfristigen Bereich aufzubauen. So können Anlagen clever nach Laufzeit und Risiko gesplittet werden, was die Sicherheit und Renditen optimiert.
1 Lebensversicherung für konservative Anleger
Die klassischen Renten- oder Lebensversicherungen, die ihre Gewinne über den Garantiezins hinaus mit verzinslicher Ansammlung oder fondsgebundener Anlage erwirtschaften, eignen sich insbesondere für konservative Anleger mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Auch wenn die Rendite unter Berücksichtigung der Inflationsrate wirklich gering ausfällt, können diese Verträge vor allem im Zusammenspiel mit einer Zusatzversicherung zur Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit interessant sein. Zum einen würde im Fall einer BU der gesamte Vertrag ohne die weitere Bezahlung so gestellt, als hätte der Versicherungsnehmer sämtliche Erhöhungen wahrgenommen und alle Beiträge bezahlt, zum anderen kann bei der Einhaltung einer 12-jährigen Laufzeit und einer Auszahlung nach dem 62. Geburtstag zumindest die steuerliche Belastung für den Ertragsanteil auf die Hälfte reduziert werden. Da die Versicherungsgesellschaften hohe Rückstellungen bilden müssen, um die zugesagten Leistungen auch erbringen zu können, handelt es sich bei klassischen Lebensversicherungen um eine sehr sichere Geldanlage.
2 Lebensversicherungen für risikofreudige Anleger
Fondsgebundene Produkte können in verschiedenen Risikoklassen gestaltet werden, so dass selbst für risikofreudige Anleger die passende Lösung zu finden ist. Der Vorteil einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung besteht u. a. darin, dass mit dem ratierlichen Erwerb von Fondsanteilen der Cost-Average-Effekt greifen kann. Sind die Anteile beim Ankauf sehr teuer, wird ein entsprechend kleiner Teil erworben, steht der Kurs günstig, kann für denselben Betrag mehr eingekauft werden. Damit wird der Kurs effektiv geglättet. Der größte Vorteil der Fondspolicen gegenüber Fondssparplänen besteht aber in der
Besteuerung, denn diese wird erst zum Ablauf vorgenommen. Ist der Vertrag dann mindestens 12 Jahre gelaufen und der Versicherungsnehmer mindestens 60 Jahre alt, greift auch hier der halbe Steuersatz. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, muss die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Soli-Zuschlag auf die Erträge gezahlt werden, wie das bei Fondssparplänen schon bei Gewinnen während der Laufzeit üblich ist. Um wirklich Vorteile gegenüber den üblichen Sparplänen zu erwirtschaften, muss der Vertrag auch vereinbarungsgemäß ablaufen. Wird vor Ablauf die Kündigung ausgesprochen, gestalten sich Fondspolicen aufgrund der höheren Kosten in der Regel ungünstiger.
Hinweis: Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen lassen sich immer auch als Rente auszahlen, die dann nur im Ertragsanteil der monatlichen Rente versteuert werden müssen.
3 Absicherungen der Hinterbliebenen
Eine Lebensversicherung ist immer die beste Möglichkeit, für die Hinterbliebenen oder bei Finanzierungen finanzielle Vorsorge für den Fall des vorzeitigen Ablebens eines Versorgers zu organisieren. Die günstigste Variante ist dabei die Risikolebensversicherung, die konkret auf den Absicherungsbedarf zugeschnitten werden kann. Im Prinzip sollte diese Risikoabsicherung in keiner Familie fehlen, um den Todesfall eines Verdieners zumindest finanziell abfangen zu können. Banken bestehen von Haus aus auf eine entsprechende Absicherung, die entweder als Risikolebens- oder Restschuldversicherung gestaltet werden kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass im Falle des Todes des Kreditnehmers nicht die Erben für die noch offene Finanzierungssumme aufkommen müssen.
Hinweis: Diese Absicherung der Hinterbliebenen sollte immer von der Kapitalanlage getrennt vereinbart werden. So stellen Sie sicher, dass die Beiträge für die Risikovorsorge, wie zum Beispiel Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, bezahlbar bleiben, auch wenn Sie einen finanziellen Engpass durchstehen müssen.
http://www.optimaplus.ch/vorsorge-3a-versicherung