Key Advisors AG, Basel

Key Advisors AG, Basel Asset Manager Individualisierte Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden. Zusammenarbeit mit diversen Depotbanken.

Zusätzlich Vermittlung von Hypothekarkrediten.

29/12/2023

Sehr geehrte Damen und Herren

Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass erstens alles anders kommt und zweitens als man denkt. Die Schweiz erlebte ihre wirtschaftliche Hiobsbotschaft im März 2023 als die traditionsreiche Credit Suisse nach fast 167jährigem Bestehen, dem Vertrauensverlust nicht mehr standhalten konnte. Um eine erneute weltweite Finanzkrise zu verhindern, sahen sich die involvierten Stellen gezwungen, Konkurrentin UBS zur Zwangsübernahme des Instituts zu zwingen. Dies für einen schon fast symbolischen Betrag von CHF 3 Mrd.. Der Preis den die Bank, welche einst mit der Finanzierung des Schweizer Heiligtums dem Gotthardtunnel erschaffen wurde, für das jahrelange Missmanagement bezahlte, war zu hoch und führte dem Schweizer Finanzplatz 15 Jahre nach der UBS Rettung einen weiteren bedeutenden Imageschaden zu.

Während die einen Institute untergingen, erlebten andere einen regelrechten Höhenflug. So gelang dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk mit der Fett-weg-Spritze Wegovy einen Durchbruch bei der Behandlung von Fettleibigkeit, was die Gesellschaft innert weniger Monaten zum wertvollsten Unternehmen Europas machte. Dabei lassen die Dänen, welche sonst börsentechnisch eher Mauerblümchen sind, sogar Luxusgüterkonzerne wie LVMH verblassen. Der Run auf die Spritzen ist derweil so gross, dass Insulinpatienten nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Wie sagt man so schön, wenn jeder für sich schaut, ist auch für alle gesorgt…

Weltweit betrachtet war es einmal mehr die Zinssituation, welche die Märkt am meisten beeinflusste. Gingen die Märkte zu Jahresbeginn von einem weiterhin steigenden Zinsniveau aus, hat sich dies im Verlaufe des Jahres geändert und vermehrt ist die Sicht aufgekommen, dass die Zinsen ihr – zumindest vorübergehendes – Höchst bereits wieder erlebt haben. Erstaunlich ist dabei, dass die zahlreichen und deutlichen Erhöhungen die Wirtschaft zwar gebremst, aber scheinbar nicht in einen Schock versetzt haben. Die Arbeitsmarktzahlen sind in zahlreichen Ländern weiterhin gut, der Fachkräftemangel führt zu Lohnanstiegen und der Konsum hält sich auf hohem Niveau. Die Zentralbanken scheinen alles in allem einen guten Job gemacht zu haben. Am meisten zu kämpfen haben diejenigen Industrien und Unternehmen, welche sich an Negativzinsen gewohnt und in dieser Zeit die Bodenhaftung verloren haben. Dass es dabei den einen oder anderen «Wunderfuzzi» kostet ist nicht sehr überraschend, dass Schweizer Privatbanken die Aktivitäten mit dem Eingehen von Klumpenrisiken finanzieren, hingegen schon eher.

Die veränderte Zinserwartung hat dann auch dazu geführt, dass trotz einiger Krisen, Kriegen und Handelsstreitigkeiten zahlreiche Aktienmärkte zum Jahresende wieder ihre historischen Höchststände erreicht haben.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft, denn wie schon Albert Einstein meinte: Viel eher als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. Wenn wir uns die überaus gute Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte in den vergangenen zwei Monaten anschauen, kann davon ausgegangen werden, dass viel Zinssenkungshoffnungen bereits in den Preisen eingerechnet sind. Sollten diese nicht in der erwarteten Geschwindigkeit und Höhe eintreffen, würde dies an den Börsen zu einer erneuten Neubewertung führen. Ob die Zentralbanken das wenige zur Verfügung stehende Pulver derart rasch verschiessen, werden die ersten Monate des Schaltjahres 2024 zeigen.

Ungemach könnte auch von der Verschuldung der Staaten kommen. Sollte sich die USA aufgrund der angespannten Finanzlage aus der Finanzierung des Krieges in der Ukraine zurückziehen, würden die Kosten bei der maroden EU hängenbleiben. Die Alternative, Russland direkt vor der Haustür zu haben, dürfte keine wirkliche sein. Vielleicht ist die aktuelle EUR Schwäche ein Vorbote für das, was auf die Währungsunion zukommt. Bei einem solchen Szenario müssten sich die Ukraine und die EU Wohl oder Übel auf einen Deal mit Russland einlassen. Ein derartiger Kuhhandel (Abtreten der von Russland besetzten Gebiete) dürfte den EU-Bürgern einfacher zu verkaufen sein als die Aussicht auf einen jahrelangen Krieg mit horrenden Kosten ohne Sieger. Schweizer Investoren dürften einmal mehr gut beraten sein im Schweizer Franken zu bleiben.

Und natürlich befinden wir uns 2024 im Jahr der US-Wahlen. Dass sich die US Bürger dabei zwischen einem «Greis» und einem «Kriminellen» entscheiden dürfen wirft dabei kein gutes Licht auf die grösste Weltwirtschaft und deren politisches System. Historisch gesehen waren Jahre, in welchen die USA den Präsidenten wählten, oft gute Börsenjahre. Aber vielleicht kommt es auch diesmal erstens anders und zweitens als man denkt.

Entgegen dem allgemeinen Trend zur Künstlichen Intelligenz haben wir uns erlaubt den obigen Text selbst zu schreiben. Die Technologie wird künftig definitiv einiges verändern und sich auf ganze Industrien disruptiv auswirken. Umso mehr sollten wir darauf achten, bewährtes auch zu erhalten.

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches 2024 und freuen uns, Sie in Finanzfragen weiterhin unterstützen zu dürfen.

Herzliche Grüsse

Ihr Key Advisors Team

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