20/02/2023
Rasanter Zinsanstieg bringt Häuslbauer und Wohnungskäufer in Nöte
In Österreich setzten überdurchschnittlich viele auf variabel verzinste Wohnbaukredite. Ein Umstand, der sich bitter rächt. Die AK berichtet von verzweifelten Schicksalen und Menschen, die vor dem Ruin stünden.
Je höher die Kreditsumme, desto stärker steigt die monatliche Rate. Bei 400.000 Euro langfristigem Kredit steigt die monatliche Rate um über 800 Euro. Mehrere hundert Euro sind es bei kleineren Kreditsummen.
"Vielen steht das Wasser bis zum Hals." Menschen, die ihre Wohnung oder ihr Haus mit Kredit finanziert haben, galoppieren die monatlichen Raten davon. Kreditnehmer schildern, dass die monatliche Rate um 400 Euro gestiegen sei und sie nicht mehr wissen, wie sie das bezahlen sollen. Viele sagen, sie stünden vor dem Ruin, zumal die Kreditzinsen nur ein Teil der Teuerung seien. "Auch die Betriebskosten und Lebensmittelpreise steigen, der Alltag ist viel teurer geworden."
Die bedrohten Kreditnehmer eint, dass sie Verträge mit variablem Zinssatz abgeschlossen haben, für die mittlerweile 3,5 Prozent und mehr verrechnet werden. Trotz historisch noch immer niedrigem Zinsniveau wirkt der ungewöhnlich rasche Anstieg dramatisch. Vor einem Jahr zahlte man für variabel verzinste Kredite noch 0,5 Prozent, heute ist der Zinssatz rund sieben Mal höher. Einige Banken haben Ihren Kunden geraten, auf variable Zinsen zu setzen. Das rächt sich jetzt bitter."
Wer vor einem Jahr langfristig fixe Zinsen gewählt habe, zahle heute 1,5 Prozent und kann sich entspannt zurücklehnen. Viele haben aber die damals günstigeren variablen Zinsen vorgezogen oder einen Mix aus variabel und fix gewählt.
Eine Variante, die Belastung zu senken, sei eine längere Laufzeit. Im Volksbankensektor liegen die Kreditzinsen für Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren derzeit bei etwas mehr als vier Prozent und damit beim Doppelten wie vor einem Jahr. Wer sich mehr als 20 Jahre fix binde, zahle etwas weniger. Aber jeder Private mit einem variablen Kredit sollte sich damit beschäftigen, "die Augen zu verschließen und nichts zu tun, ist die falsche Strategie".