08/04/2022
Aktueller Artikel aus den OÖNachrichten mit unserem Geschäftsführer Günther Kienbacher
Wie schütze ich mein Erspartes vor der Inflation?
6,8 Prozent: So hoch war die Inflationsrate im März in Österreich, Tendenz weiter steigend. Dem steht die Nullzins-Politik der EZB gegenüber. Wer sein Geld weiter auf Sparbüchern oder Girokonten lässt, muss mit einem deutlichen Vermögensverlust rechnen.
Von Hermann Neumüller
LINZ. Mit ihrer Nullzins-Politik wollte die Europäische Zentralbank die Inflation in Richtung ihres Zwei-Prozent-Zieles bringen – von unten. Jetzt hat sie das umgekehrte Problem: Wie gelingt es, die Geldentwertung wieder auf ein erträgliches Niveau einzubremsen?
Viele Sparer ließen ihr Geld einfach auf nicht oder kaum verzinsten Spareinlagen liegen, weil die niedrige Inflation der vergangenen Jahre zwar ärgerlich war, aber offenbar nicht schlimm genug, um das Geld auf Anlageformen mit höherer Rendite umzuschichten.
Das ist jetzt vorbei. Die Inflationsrate von 6,8 Prozent im März dürfte Grund genug sein, die Geldanlage neu zu justieren, denn so wie es derzeit aussieht, geht die rasante Geldentwertung weiter. Auch im kommenden Jahr dürfte die Inflationsrate über drei Prozent betragen.
„Aktien sind Sachwerte“
Schutz gegen Inflation bieten Sachwerte. Gold oder Immobilien gelten als klassische Sachwerte. „Auch Aktien sind Sachwerte“, sagt Günther Kienbacher, Geschäftsführer der Primus Invest in Linz. Goldmünzen zu kaufen, sei eine Möglichkeit, aber aus seiner Sicht seien Aktien in der derzeitigen Situation „alternativlos“.
Auch Joachim Nareike, Leiter des Bereichs Publikumsfonds bei Schroders Investments in Frankfurt, sieht Aktien als besten Schutz vor Inflation. „Wichtig ist, dass das Investment breit gestreut ist“, sagt Nareike. Daher seien Investmentfonds für Kleinanleger das beste Instrument.
Aber auch börsenotierte Unternehmen leiden unter den hohen Energiepreisen. Außerdem droht
angesichts der Situation in der Ukraine auch eine Rezession. Das erwarten sowohl Nareike als auch Kienbacher.
Die Lösung aus Sicht Kienbachers: dividendenstarke Unternehmen mit viel Marktmacht, denen es möglich ist, Preise zu setzen und auch in harten Zeiten entsprechende Gewinne zu machen. Bei Kienbauer ist das sein Fonds „Focus Dividend“, in denen Aktien wie etwa der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé oder der US-Softwarekonzern Microsoft enthalten sind. „Wichtig ist, dass weltweit gestreut wird. Wir haben 75 Titel in unserem Fonds.“
Eine ähnliche Strategie verfolgt der Vorstandsvorsitzende von Seilern Investment Management Ltd mit Sitz in London, Tassilo Seilern-Aspang. „Die Aktien in unserem Fonds müssen allwettertauglich sein“, sagt er im Gespräch mit den OÖNachrichten.
Seilern investiere nur in Unternehmen aus Branchen, die ein strukturelles und kein zyklisches Wachstum haben. Außerdem sei es entscheidend, dass ein Unternehmen sich nicht nur als „First Mover“ einen temporären Wettbewerbsvorteil aufgebaut hat, sondern auch langfristig in der Lage ist, Mitbewerber in Schach zu halten. Auch die Qualität des Managements sei enorm wichtig. „Wir reden derzeit viel mit Führungskräften. Viele von ihnen haben bisher keine inflationären Zeiten erlebt.“
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