12/09/2024
‼️‼️Dringende Information‼️‼️
Information zu Starkregen (Vermurungen und Überflutungen) und Sturm
In den nächsten vier Tagen ist in Österreich mit bis zu der dreifachen durchschnittlichen September-Niederschlagsmenge zu rechnen, besonders betroffen ist die Alpennordseite vom Salzkammergut über die Eisenwurzen und das Mariazellerland bis in den Wienerwald. Es drohen Überflutungs- und Vermurungsschäden, im östlichen Flachland auch Sturmschäden, die zu einem erhöhten Schadenaufkommen führen werden. Eine Wetterberuhigung zeichnet sich ab Dienstag ab.
Anbei erhält ihr die detaillierte Einschätzung unserer Meteorologen sowie im Anhang eine Karte der prognostizierten Regenmengen bis Montagnacht:
Wetterlage:
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erreicht eine Kaltfront aus Nordwesten den Alpenraum, gleichzeitig bildet sich über Norditalien ein Tiefdruckgebiet. Dieses Tief wird ab Donnerstag langsam nach Osten bzw. Nordosten ziehen. Dabei wird über einige Tage hinweg extrem feuchte Luft nach Österreich gelenkt, die hier regelrecht ausgepresst wird.
Zeitlicher Ablauf:
1. Phase (abgesichert): In der Nacht auf Donnerstag beginnt es im Großteil des Landes allmählich zu regnen und am Donnerstag regnet es vor allem im Süden anhaltend und teils kräftig. Die größten Mengen sind dabei v.a. in Kärnten sowie in der westlichen Steiermark zu erwarten. Auch im Norden und Osten regnet es zeitweise, die Mengen bleiben aber etwas geringer. In Vorarlberg und Nordtirol bleiben die Mengen vergleichsweise gering. Die Schneefallgrenze sinkt in den zentralen und östlichen Nordalpen je nach Intensität allmählich auf 1.300 bis 1.000 m ab.
2. Phase (weitgehend abgesichert): Am Freitag zieht das Tief von Ungarn nord- bis nordostwärts, damit verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt auf die Alpennordseite und den Osten. Nach einer vorübergehend schwächeren Phase über Nacht intensiviert sich der Regen ab den Morgenstunden des Freitags wieder und konzentriert sich auf den Norden und Osten, während es in Osttirol und Kärnten, später auch in der südlichen Steiermark abtrocknet. Fortan ist bis hinein in den Montag im Norden und Osten mit anhaltendem kräftigem Dauerregen zu rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt in den östlichen Nordalpen bei stärkeren Niederschlagsraten auf 1.200 bis knapp 800 m ab. Der Wind legt zudem deutlich zu, vor allem im östlichen Donauraum, im Wiener Becken und am Alpenostrand zeichnen sich am Wochenende Sturmböen zwischen 70 und 100 km/h ab, lokal auch mehr. Nordföhn kommt dagegen von Oberkärnten bis ins Joglland auf.
Abschätzung der Mengen:
Am Donnerstag sind in Ober- und Unterkärnten, westliche Steiermark und Tauern 50 bis 80 l/m² Regen zu erwarten, lokal auch etwas mehr. In den restlichen Gebieten erwarten wir 20 bis 40 l/m².
Von Freitag bis Montag liegt der Schwerpunkt im Nordosten. Die höchsten Mengen werden nach heutigem Stand mit rund 200 l/m² entlang der Alpennordseite vom Salzkammergut über die Eisenwurzen und das Mariazellerland bis in den Wienerwald erwartet. Vor allem in den Niederösterreichischen Voralpen und im westlichen Wienerwald besteht auch die Option für lokal noch höhere Mengen von in Summe 250 oder gar bis zu 300 l/m² über einen Zeitraum von vier Tagen. Vom Mühl- und Waldviertel über das östliche Flachland inkl. Wien bis zum Wechsel sind Regenmengen zwischen 100 und 150 l/m² wahrscheinlich. Wir sprechen hier also potentiell von der doppelten bis drei-fachen durchschnittlichen Niederschlagsmenge des Septembers in wenigen Tagen. Deutlich geringere Mengen kommen ganz im Westen (Vorarlberg und weite Teile Nordtirols) sowie von Osttirol bis ins Südburgenland zusammen.
Auswirkungen:
Am Donnerstag und Freitag sind vor allem lokale Überflutungen und Vermurungen möglich. Ab Samstag nimmt im Norden und Nordosten zusätzlich die Hochwassergefahr deutlich zu; vor allem an den Zuflüssen der Donau in Ober- und Niederösterreich ist von einem schweren Hochwasser auszugehen. In den Alpen pendelt die Schneefallgrenze die meiste Zeit zwischen 1.000 und 1.200 m, d.h. ein Teil des Niederschlags wird im Gebirge als Schnee gebunden und fließt erst nächste Woche mit Verzögerung ab. Insbesondere am Samstag sind vor allem im östlichen Donauraum, im Wiener Becken, am Alpenostrand sowie in typischen Nordföhntälern der Alpen Sturmböen zwischen 70 und 100 km/h zu erwarten.
Ausblick:
Nach heutigem Stand zieht sich das Starkregenereignis im Nordosten bis in den Montag hinein. Auch nachfolgend bleibt das Wetter an der Alpennordseite und im Osten wechselhaft und eher frisch, wenngleich sich ab Dienstag eine Wetterberuhigung abzeichnet.