19/11/2025
Link: https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau24/boerselive/video-1526152.html 🏛️ Gold, das tatsächliche „Warum“ hinter den Käufen der Notenbanken – und was das für unsere Portfolios bedeutet.
Gestern durfte ich erneut bei der ARD Tagesschau im Format „Update Wirtschaft“ über die Entwicklungen am Goldmarkt sprechen. Vielen Dank an Klaus-Rainer Jackisch und das Team für den Austausch auf dem Parkett der Börse Frankfurt.
Ein Aspekt, der angesichts der Zeit zu kurz kam, aber fundamental wichtig ist: Warum kaufen Notenbanken eigentlich so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr?
Die Antwort dürfte in einer tektonischen Verschiebung der globalen Machtverhältnisse liegen. Drei Fakten, die jeder wissen sollte:
1️⃣ Das Ende der Dollar-Dominanz: Seit Jahrezehnten fließt mehr und mehr Geld vom Westen in den Osten. Länder mit Handelsüberschüssen (v.a. China) haben jahrzehntelang ihre Dollar-Reserven in US-Staatsanleihen geparkt. Doch damit wurden sie de facto zu Gläubigern eines Landes mit über 120% Verschuldungsquote (in % GDP). Es resultiert eine geopolitische Abhängigkeit, die ein Risiko darstellt.
2️⃣ Das „RU-Playbook“ wird kopiert: 2018 verkaufte Russland fast all seine Bestände an US-Staatsanleihen – heute verstehen wir die strategische Weitsicht dahinter. China folgt diesem Beispiel, agiert dabei subtiler, aber nicht weniger entschlossen.
3️⃣ Gold als währungsneutrales Reserve-Asset: Notenbanken suchen verzweifelt nach Alternativen zum US-Dollar. Gold kann nicht sanktioniert, eingefroren oder entwertet werden. Was man häufig vergisst: Zwischen 1915-2015 gab es 189 Staatsinsolvenzen – Gold überlebte sie alle. Langfristig agierende Staaten und Notenbanken dürften sich dessen bewusst sein.